Gender, Sexualität und Identität

Eine persönliche Perspektive.

19–28 Minuten

Vorab zum Sprachgebrauch: Die Sprache hinkt den gesellschaftlichen Entwicklungen unweigerlich hinterher. Binäre Begriffe wie Kunde-Kundin usw. können die gegenwärtige Vielfalt der sozialen Geschlechter nicht fassen. Ich markiere das weite Spektrum durch mehrere Sternchen: *Kund*innen*. Auch setze ich die Begriffe ‘Mann’ und ‘Frau’ grundsätzlich in Anführungsstriche, um die Relativität und Fragwürdigkeit unserer Vorstellungen und Zuschreibungen anzudeuten. In den Fällen von Allgemeinbegriffen wie ‘der Mensch’ oder ‘die Person’ gehe ich davon aus, dass es hier um ein grammatisches Geschlecht geht: dass ‘Körper’ mit ‘der’ dekliniert wird, hat nichts zu sagen, ebensowenig wie die Tatsache, dass Krieg in den romanischen Sprachen grammatisch ‘feminin’ ist.

Einleitung                                                                   

Vier Thesen

Ausblick                                                           

Praktische Schlussfolgerungen für die Aufstellungsarbeit

Einleitung

Seit geraumer Zeit haben sich die Vorstellungen und gelebten Erscheinungsformen von Geschlecht, Sexualität und Lebensgemeinschaften aus dem traditionellen engen Gefüge von Mann, Frau und Familie in ein breites Spektrum aufgefächert. Das kann die Aufstellungsarbeit nicht unberührt lassen:

  • Zum einen verändert sich unser *Kund*innen*kreis wesentlich im Hinblick auf die Themen, die eingebracht werden; diesem Erleben und den entsprechenden Anliegen müssen wir vorurteilslos entsprechen können.
  • Zum anderen muss sich mit dem gesellschaftlichen Geschehen auch, unsere Sicht auf mögliche ‘natürliche Ordnungen’ ändern, denen wir uns in der Aufstellung kurativ annähern könnten bzw. müssten. Wir werden forschen müssen. Wollen wir in den komplexen Dynamiken handlungsfähig sein, braucht es ein vertieftes Verständnis der menschlichen Natur und ihrer Möglichkeiten, das über die tradierten kulturellen Konstrukte hinausgeht. Die LSBTIQ*-Bewegung mag darin eine wichtige Inspirationsquelle sein.

Was diese Neuorientierung noch dringlicher macht, ist die Tatsache, dass die Auseinandersetzungen um die Vielzahl möglicher Gender und sexueller Neigungen oft emotional hoch geladen sind – so sehr, dass dies auf der Seite der Traditionalisten sogar in physische und politische Gewalt ausmündet, auf der Seite der Unkonventionellen manchmal zu Prinzipienreiterei, Intoleranz und Mobbing führt. Angesichts der teils noch unausgeloteten heftigen Emotionen, die da im Spiel sind, kann das Thema nicht umgangen werden. Auch ist es nicht auszuschließen, dass *Gastgeber*innen* von Aufstellungen durch diese Thematiken selbst emotional getriggert und aus der Balance gebracht werden. Es braucht also dringend gedanklich klare Orientierung.

Ich möchte im Folgenden einige grundlegende Überlegungen zu den Begriffen Gender, Sexualität und Identität anstellen; sie können den Auseinandersetzungen hoffentlich einige solide Bezugspunkte geben und zu vertieftem Verständnis führen. Zum Schluss möchte ich das Thema in den Zusammenhang der umfassenderen gesellschaftlichen Emanzipation stellen, die ich in unserem Zeitalter zu beobachten meine.

Diese Gedanken sind für mich persönlich ein Schlüssel, können aber nicht mehr als eine mögliche Sichtweise sein. In diesem Sinne mögen die folgenden Ausführungen *eine*n*  *jede*n* hier zum Finden einer eigenen Perspektive anregen.

Vier Thesen

Dies ist in aller Kürze, was ich zu bedenken geben möchte:

  1. Unser Körper ist geschlechtlich, die Person, die ihn bewohnt, non-binär.
  2. Jede Persönlichkeit kombiniert ‘maskuline’ und ‘feminine’ Eigenschaften.
  3. Sexualität geht über den Vollzug der Fortpflanzung hinaus; sie ist ein Spielraum, Zuschreibungen sind kulturhistorische Konstrukte.
  4. Geschlechtsspezifische Zuschreibungen sind kulturhistorische Konstrukte.

Zu 1.  Unser Körper ist geschlechtlich, die Person, die ihn bewohnt, non-binär

Dass es männliche und weibliche Körper gibt, hängt mit den Erfordernissen der Fortpflanzung zusammen; wir sind halt Säugetiere. Dass diese Unterschiede allerdings die Konstitution der Seele eindeutig bestimmen und für das Verhalten durchgängig bestimmte Konsequenzen haben müssten, darf grundsätzlich bezweifelt werden.

Abgesehen von der Fortpflanzung, ist keine Domäne des menschlichen Lebens nur Frauen oder Männern vorbehalten. Es gibt ‘Frauen’, die auch auf hohem Niveau Boxsport treiben oder in Nazaré auf gigantischen, lebensgefährlichen Wellen surfen, was ihnen im Hinblick auf Mut und Kraft kaum ein ‘Mann’ nachtun wird, und es gibt ‘Männer’, die gern auf der Neonatologie arbeiten oder ihre Berufung in der Arbeit eines Schneiders finden – und dabei liebevoller und feinsinniger arbeiten, als manchen ‘Frauen’ dies möglich wäre.

Kein Wunder: abgesehen von unserer Rolle in der Fortpflanzung gleichen unsere Körper sich weitgehend: wir haben die gleichen Organe, ein vergleichbares Skelett und können die gleichen Krankheiten entwickeln. Auch sei daran erinnert, dass ‘Männer’ von der embryonalen Entwicklung her gesehen nur eine Variation des weiblichen Körpers haben; wir beginnen alle als ‘Frauen’. Das ist bis in anatomische Details der sexuellen Organe nachweisbar: Die Naht des Hodensacks z.B. erinnert daran, dass hier die embryonalen Schamlippen zusammengewachsen sind. Wir sind insofern zutiefst verwandt.

Wir sind halt mehr als Säugetiere; wir sind Personen. Wir leben zwar in einem Körper, aber wir sind nicht identisch mit ihm. Körper und Seele sind innig miteinander verschränkt: Der Leib ist seelisch durchwirkt, die Psyche leibliches Erleben; aber sie sind getrennte Entitäten, die aufeinander einwirken. Wir können uns zu unserem Körper verhalten: ihn so oder so benutzen, ihn so oder so entwickeln. Unser Körper konstituiert keine vollständige Identität; er ist Instrument. So kann eine querschnittsgelähmte Person u.U. hervorragend Rollstuhl-Tennis oder -Basketball spielen; ein Mensch in einem ausgesprochen männlich-athletischen Körper kann Liedersänger werden oder sich aufs Ikebana – die japanische Kunst des Arrangierens von Blumen – spezialisieren; *Schauspieler*innen* können durch ihre geistige Arbeit Körperhaltung und -ausstrahlung weitgehend transformieren – je nach Rolle in unterschiedliche Richtungen; Spitzensportler entwickeln ihren Körper zur Meisterschaft in oft unnatürlichen Verhaltensmustern; eine in einem weiblichen Körper geborene Person kann als Mann leben wollen.

Diese mögliche Diskrepanz legt mir eine grundsätzliche Schlussfolgerung nahe – die auch durchaus meiner eigenen Erfahrung entspricht. Wir leben zwar in einem geschlechtlichen Körper, das Wesen aber, das ihn belebt und als Instrument bespielt, der/die/* *Musiker*in* sozusagen, hat selbst kein eindeutiges ? Geschlecht. Die einfache Annahme eines geschlechtslosen Wesens macht mir die breite Palette des Verhaltens von Menschen in weiblichen und männlichen Körpern, einschließlich der LSBTIQ*-Gruppierungen, unmittelbar verständlich – und enthebt mich mit einem Mal jeglicher geschlechtsspezifischer Norm.

Kann ich das beweisen? Nein. Viele Beobachtungen – wie die obigen – sprechen aber dafür; das Faktum, dass Menschen in der zweiten Lebenshälfte, in der die Fortpflanzungsfähigkeit aufhört bzw. abnimmt, androgyne Züge entwickeln, ebenso. Aber das Gegenteil dieser Behauptung kann ebensowenig bewiesen werden. Es gilt, was auf das Denken über menschliche Angelegenheiten im Allgemeinen zutrifft: Es gibt keine zuverlässigen, unumstrittenen Wahrheiten, die empirisch zu unterbauen wären. Empirie kann nur historisch Gewachsenes erfassen. Seelisches hingegen birgt aber immer auch Möglichkeiten, geht also über die bekannte Wirklichkeit hinaus. 

Zu 2. Jede Persönlichkeit kombiniert ‘maskuline’ und ‘feminine’ Eigenschaften

Was den Blick auf ein ungeschlechtliches Wesen allerdings etwas verwirren kann, ist dieTatsache, dass bei allen Menschen sogenannte ‘maskuline’ und ‘feminine’ Eigenschaften zu beobachten sind. Diese brauchen aber keineswegs mit dem biologischen Geschlecht des Körpers übereinzustimmen. Eigenschaften sind Fähigkeiten, die wir entwickeln und benutzen, um im irdischen Treiben handeln zu können, und es ist die jeweils einzigartige Mischung und Verbindung von Maskulinem und Femininen, die eine Persönlichkeit ausmacht.

Warum dann überhaupt noch von ‘maskulin’ und ‘feminin’ sprechen? Das ist ein gerechtfertigter Einwand; der Sprachgebrauch ist geeignet, den Missverstand zu perpetuieren. Wenn ich der Essenz der Eigenschaften, die in unserer Kulturbisher als ‘maskulin’ und ‘feminin’ durchgehen, nachspüre, komme ich auf zwei fundamentale Haltungen der Welt gegenüber:

  • Bin ich ‘maskulin’, stelle ich mich der Welt gegenüber, greife ich ein, gestalte ich: Innovation von außen.
  • Bin ich ‘feminin’, bin ich der Welt verbunden, nähre ich, was sich im Ganzen entwickeln will: Wachstum von innen heraus.

Es ist nun unmittelbar klar, dass alle Menschen beide Haltungen einnehmen können und auch einnehmen müssen. Es sind existentielle Haltungen, die beide wesentlich zur Lebensfähigkeit beitragen. So wird ein Mensch in einem weiblichen wie ein Mensch in einem männlichen Körper energisch eingreifen, wenn ein Kind impulsiv auf die Straße laufen will; und sie werden beide freundlich zuwarten und nur mit sparsamen Impulsen weiterhelfen, wenn das Kind mit ihrer Hilfe etwas lernen will.

Diese polaren, fundamentalen Haltungen ergeben sich zwangsläufig aus der Tatsache, dass wir in einem Körper leben, der uns ja von der Welt (und voneinander) trennt. Wir könnten sie deshalb besser mit unbeladenen Begriffen bezeichnen, wie etwa Yin und Yang oder Ken Wilbers Agenz und Kommunion. Dass sie in unserer Kultur als maskulin und feminin bezeichnet werden, hat nur damit zu tun, dass diese Charakteristiken Ähnlichkeiten mit den Rollen in der Fortpflanzung aufweisen: Samenspende (Einwirkung von außen) und Schwangerschaft (Nähren des Wachstums von innen). Dies ist aber, wie gesagt, kein Argument, dass diese Haltungen zwingend von Menschen des jeweiligen biologischen Geschlechts eingenommen werden müssten. ‘Maskulinität’ und ‘Femininität’ werden hier nur als Metaphern benutzt, die einem verhängnisvollen Missverstand Vorschub leisten.

Aus Vorhergehendem wird deutlich, dass die Monopolisierung des Maskulinen durch ‘Männer’, des Femininen durch ‘Frauen’, so wie sie unsere Kulturgeschichte kennt, sich auf keinerlei Tatsachen berufen kann. Sie ist willkürlich und zudem problematisch:

  • sie hindert Menschen, situationsgerecht zu handeln
  • sie führt zur Degeneration beider Qualitäten.

Der letzte Punkt muss kurz erläutert werden (dabei stütze ich mich auf die Tugendlehre des Aristoteles und deren Weiterentwicklung durch Friedemann Schulz von Thun zum Werte- und Entwicklungsquadrant). Polare Eigenschaften sind keine absoluten Gegensätze, sondern sie ergänzen sich; sie haben nur zusammen Sinn. So sind weder Mut noch Vorsicht allein eine Tugend, sondern erst ihre situationell adäquate Balance. Mut ohne den Gegenpol Vorsicht entartet zur Ruchlosigkeit, Vorsicht ohne Mut zur Feigheit. So hat sich in unserer Kulturgeschichte erwiesen, dass das sogenannt Maskuline, wenn es sich vom ‘Femininen’ isoliert, Herrschsucht, Gefühlskälte und Konkurrenzdenken entwickelt, das sogenannte Feminine ohne das ‘Maskuline’ in Hilflosigkeit, übertriebener Emotionalität und manipulativer Beziehungsgestaltung verfällt. Das führt dann auch zwangsläufig zu einer problematischen Interaktion. So gesehen ist die Degeneration der beiden Pole sowohl Grundlage wie Folge der verhängnisvollen Geschichte des Patriarchats.

Polaritäten sind allerdings nur Abstraktionen; sie helfen bei der Orientierung. Im gelebten Leben kommen sie, wechselseitig durchdrungen, nur in einem vielfarbigen Spektrum vor. So eben auch ‘Männlichkeit’ und ‘Weiblichkeit’.

Es kann zur Loslösung vom patriarchalischen Erbe wesentlich beitragen, wenn wir, wie hier vorgeschlagen, annehmen, dass unser Wesen non-binär ist. Es hat selbst kein Geschlecht; es kombiniert im praktischen Leben Eigenschaften, die bisher als ‘maskulin’ und ‘feminin’ durchgingen, und hebt sie dialektisch in einer dynamischen, sinnvollen Balance als Gegensätze auf:

  • Zum einen: Jedes Individuum vereint auf einzigartige Weise ‘Maskulines’ und ‘Feminines’, und zwar so, wie es dem eigenen Lebensimpuls entspricht. Dabei gibt es, ganz so wie unsere Körper unterschiedlich sind, auch seelisch ein breites Spektrum: manche Menschen sind dem sogenannten maskulinen, andere dem ‘femininen’ Pol viel näher, einige leben mehr im Mittelfeld.
  • Zum anderen: Jede Situation erfordert eine andere, spezifische Orchestrierung dieser Eigenschaften. Die Versorgung eines Kranken erfordert z.B. etwas anderes als das Löschen eines Brandes.

‘Maskulin’ und ‘feminin’ sind irreführende Bezeichnungen. Eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ignoriert geschlechtsspezifische Zuschreibungen und entwickelt ein dynamisches, schillerndes Spektrum von Eigenschaften.

Zu 3. Sexualität geht über den Vollzug der Fortpflanzung hinaus; sie ist ein Spielraum

Das biologische Geschlecht bestimmt nicht die Persönlichkeit, und so ist auch die menschliche Sexualität weit mehr als nur der Vollzug der Fortpflanzung. Das ist bis in unsere Biologie verankert. Der Geschlechtstrieb ist ja nicht auf kurze Perioden der Fruchtbarkeit beschränkt, wie das sonst bei Säugetieren der Fall ist.

Anders als bei Tieren ist unser sexuelles Verhalten nicht zwanghaft instinktiv gebunden. Wir haben Freiräume. So ist auch Sexualität ein weites Feld, in dem wir mit unserem Geschlecht, unserer Triebhaftigkeit und den dabei freikommenden Energien spielen können. Wer diesen Spielraum durch Normen im Hinblick auf sexuelle Vorlieben begrenzen will, kann sich also nicht auf die menschliche Natur berufen. Der Körper ist Instrument. So kann ich meine Hand auf ganz unterschiedliche Arten benutzen. Warum soll das nicht auch für meine Genitalien gelten?

Es geht um das Liebesspiel: den intimen leiblich-seelischen Kontakt zwischen Personen. Ich will den einzigartig-unverwechselbaren Körper meiner Partnerin erfahren, und zwar nicht nur seine Anatomie, sondern auch seine Beseeltheit; ich will ihre Person und ihr ganzes seelisches maskulin-feminines Spektrum erleben – und das meine manifestieren. Beide sind aber fluide.

Allerdings ist die Erfahrung des leiblichen Kontaktes mit einem männlichen oder  weiblichen Körper sehr unterschiedlich. Ob ich mich nun mehr nach dem einen oderdem anderen sehne oder ob ich beides erleben möchte, ist eine Sache oft tief verwurzelter persönlicher Anlage und Vorliebe. Ein wertendes Urteil darüber ist ebenso absurd, als wollten wir bestimmte Tiersorten als Untiere bestempeln. Alles ist natürlich; die Natur liebt Variation und Verschiedenartigkeit.

Körperlicher Kontakt zwischen allen Geschlechtern umfasst neben der sexuellen Erregung, Lust und Ekstase, noch so viel mehr; es gibt einen ganzen Bereich, der auch für asexuell veranlagte Menschen wesentlich sein kann: 

  • Hier erfahren wir – wie in jeder wohlwollenden menschlichen Berührung – eine fundamentale existentielle Bestätigung – eine Erfahrung, die für Babys absolut lebensnotwendig ist und die in späteren Lebensphasen wesentlich zu Wohlsein und Vitalität beitragen kann.
  • Hier können wir wechselseitig unsere Liebe ausdrücken und ausleben, in aller Leidenschaft wie Zärtlichkeit – und mit aller Kreativität.
  • Hier kann sich eine persönliche, intime Begegnung entwickeln, in der sich seelische Tiefen öffnen können, wenn wir einander dabei auch seelisch ‘nackt’, d.h. ohne Masken, nahe zu kommen wagen.
  • Schlussendlich hat hier die geteilte sinnliche und seelische Freude Platz, in einem Körper zu leben.

In all diesen Dimensionen vertieft und intensiviert der körperliche Kontakt die persönliche Beziehung; wenn diese Dimensionen hingegen zu wenig Raum bekommen, wird der Kontakt erodieren oder entgleisen. Hier liegt dann auch die fundamentale menschliche Herausforderung: Sexualität und Liebe, Körper und Person so in Resonanz zu bringen, dass beide Seiten gedeihen können. 

So sollte sinnvollerweise das Geschlecht unseres Körpers die Art und Weise, wie wir unsere Sexualität ausleben, nicht begrenzen. Es geht um die Begegnung non-binärer Personen in ihren geschlechtlichen Körpern. Der Eingängigkeit halber sei es kurz und knapp auf Englisch gesagt: ‘It is not about having sex, it is about making love.’

Zu 4. Geschlechtsspezifische Zuschreibungen sind kulturhistorische Konstrukte

Die in unserer Kultur lange gängigen Vorstellungen geschlechtsspezifischer Persönlichkeitsmuster sind weitgehend historisch bedingt und letztlich nur relativ gültig. So gab es durchaus Gesellschaften, in denen Gender und Sexualität ganz anders gelebt wurden. Im antiken Griechenland z.B. ging es im Verhältnis von ‘Mann’ und ‘Frau’ vornehmlich nur um die Zeugung von Nachkommen; die romantische Liebe und der sexuelle Genuss fanden zwischen älteren und jüngeren ‘Männern’ statt, ja, Pädophilie galt sogar als wesentlicher Teil ihrer Erziehung. Im Osmanischen Reich war Homosexualität so selbstverständlicher Teil des gesellschaftlichen Umgangs, dass der Begriff gar nicht bestand. Mit den Eunuchen gab es zudem auch eine Art von Menschen, die außerhalb der beiden Geschlechter stand und durchaus respektiert wurde, ja oft hoch angesehen war. (Das Letztere gilt auch für das chinesische Kaiserreich.)

Im prämodernen Iran war die Grenze zwischen den verschiedenen Geschlechtern keineswegs klar; für ‘Männer’ wie ‘Frauen’ galt das gleiche Schönheitsideal. Sowohl ‘Männer’ wie ‘Frauen’ wurden wegen ihrer leuchtenden Haut, ihrer sanften Gesichtszüge und ihrer geschwungenen Augenbrauen gepriesen; Menschen beider Geschlechter benutzten Henna, um ihr Haar zu färben, Kajal – ein schwarzes Puder –, um die Augen zu betonen. Und Frauen ließen zur Erhöhung ihrer Attraktivität sogar die Behaarung ihrer Oberlippen zu Schnurrbärten wachsen. 

Auch in Europa gibt es vergleichbare Phänomene, wie etwa am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Travestie, Homosexualität und Pädophilie waren dort weitverbreitete Praxis.  Der Bruder des Königs, Philippe I de Bourbon, wurde als Frau unter Frauen erzogen, um ihn als politischen Rivalen auszuschalten, und kleidete sich dann zeitlebens gern als Dame. Er zog mit Juwelen und Bändern geschmückt, mit einer Frauenperücke und mit Rouge auf den Wangen in den Krieg, wo er sich allerdings in aller Weiblichkeit als tapferer und sehr geschickter Feldherr erwies. Auch der Abbé de Choisy trug am Hofe vornehmlich Frauenkleider, was aber nicht ausschloss, dass er gern Frauen verführte.

Die in letzter Zeit zunehmend heftig verteidigten traditionellen Vorstellungen von Gender und Erotik haben also nichts mit Einsichten in eine vermeintliche menschliche Natur zu tun; es geht hier de facto um kultur- und zeitspezifische Normen, die sich als vermeintliches Wissen verkleiden!

Wenn unser Wesen seinen Ursprung und seine Mitte, wie wir anzunehmen Grund genug haben, jenseits der Geschlechtlichkeit hat, entfremden uns einengende Normen – das ‘Normale’ – von uns selbst und voneinander. Festgelegte Rollen für Personen in männlichen und weiblichen Körpern beschränken den potenziellen Reichtum der individuellen Seele und den des wechselseitigen Kontakts – einschließlich den des körperlichen.

Die Kraft der geerbten Konditionierungen und Konventionen kann allerdings kaum überschätzt werden; sie bestimmen Perzeptionen, Erwartungshaltungen und Interaktionen, reichen bis in die Haargefäße unserer Seele und perpetuieren sich im gesellschaftlichen Umgang mit subtiler – und manchmal offener – Gewaltsamkeit. Dennoch meine ich, Spielraum zu sehen. Es geht um die Fragen: Inwieweit sind wir gesellschaftlichen Verhältnissen ausgeliefert? Oder andersherum: Können wir ihnen gegenüber Freiheit behaupten?

In meiner Sicht nun schränken Bedingungen und Grenzen unsere Freiheit nicht ein, sondern sie sind geradezu deren Gegenstand! Freiheit umspielt, sprengt, respektiert oder benutzt Grenzen – je nachdem, was ihr dient, um das zu erreichen, was ihr am Herzen liegt. Freiheit ist die Möglichkeit, zu wählen.

Diese Freiheit der Wahl bezieht sich nun auch auf uns selbst: auf unsere Körper, unsere Gefühle, auf eventuelle gesellschaftliche Normen:

  • Die Organe meines Körpers weisen mir eine bestimmte Rolle bei der Fortpflanzung zu. Ob ich diese aber auch spielen will, ob ich meine körperlichen Kontakte auf Personen beschränken will, die die entgegengesetzte Rolle haben, welche sexuellen Praktiken ich umarme – all das steht mir und allen anderen frei. 
  • Wie ich ‚Maskulinität‘ und ‚Feminität‘ leben und verbinden will, ist meine Sache.
  • Ich kann bestimmen, wie ich mit allen Normen und Erwartungen, Reaktionen und Zwängen umgehe. Weiche ich vom ‘Normalen’ sichtbar ab, wird mich der gesellschaftliche Umgang manchmal emotional herausfordern; er wird mich angesichts meiner Bedürfnisse verletzen, stören, ärgern oder ängstigen. Was da geschieht, habe ich meistens nicht in der Hand – wenn es auch anders sein sollte und müsste! Aber wie ich mit dieser Faktenlage umgehe, ist wiederum ganz meine Sache: Wo ich mich anpasse, wo ich provoziere, wo ich Verborgenheit aufsuche, wie viel und welche Aufmerksamkeit ich meinen Gefühlen schenke, wie und wem und wann ich sie mitteile oder ob ich sie ausagiere, live oder online, bei wem und wie ich mir Unterstützung hole, ob ich mich gesellschaftspolitisch engagiere und so weiter – hier kann ich bestimmen.

Das Leben konfrontiert uns immer wieder mit Beschränkungen, bietet uns aber auch offene und verborgene Spielräume. Die zentrale Frage ist: Wollen wir Opfer der Umstände sein oder die Regie unseres Lebens übernehmen?

Ausblick

Das Untergraben alter Konventionen in Sachen Gender und Sexualität ist nicht nur Sache und Anliegen der Personen mit LSBTIQ*-Präferenzen. Ich möchte behaupten: Der Freiraum, der hier erobert wird, kann uns allen dienen. Es geht um die Weigerung, tradierten, überlebten gesellschaftlichen Normen zu entsprechen, und um die Behauptung unserer inkommensurablen Individualität. Diese Personen auszugrenzen, heißt also, etwas in uns selbst auszugrenzen.

Für uns alle gilt, dass Konventionen uns einengen. Wollen wir unseren Wesenskern voll entfalten, wollen wir tatkräftig erreichen, was uns am Herzen liegt, dann darf uns keine Vorstellung davon, wie wir zu sein hätten, im Wege stehen; wir müssen uns also auch im Spektrum von Maskulinität und Feminität frei manifestieren können.

In diesem Sinne scheinen mir die Auseinandersetzungen ein sinnvoller und notwendiger Teil der geistigen und gesellschaftlichen Entwicklung zu sein, die sich seit ungefähr einem Jahrhundert vollzieht. Alle Konditionierungen und sozialen Bezüge verlieren mehr und mehr ihre Verbindlichkeit: Religionen (durch die Säkularisierung), Berufsbilder (durch die Dynamisierung der Arbeitswelt), kulturelle Traditionen (durch Tourismus, Globalisierung und Migration) – und so auch die Geschlechterrollen. (Dass zur Zeit in der politischen Landschaft die alten Vorstellungen wieder gewaltsam durchgesetzt werden, bestätigt gerade die Tatsache, dass die geistige Verbindlichkeit fehlt. Wozu sonst die gesetzliche Gewalt?

Es geht in unserem Zeitalter, so meine Vermutung in aller Kürze, um radikale Individuation, die sich gerade durch ihre Radikalität selbst transzendieren wird. Sie wird schlussendlich ins Transpersonale übergehen. Wo äußere Schablonen zerfallen, kann der Mensch nur Orientierung in seiner inneren Tiefe finden; und wo wir in uns gehen, da werden uns auch die inneren Schablonen verlassen – alle Vorstellungen dessen, was unsere Identität ausmache, einschließlich unserer Geschlechtlichkeit.

Es ist an der Zeit, dass wir lernen, uns selbst und einander als Personen wahrzunehmen und ihnen zu begegnen, unabhängig von Herkunft, Klasse, Religion, Nationalität und Geschlecht, jenseits von Vorstellung und Urteil, sodass sich sowohl unsere individuellen Kräfte als auch unsere gemeinschaftliche Verbundenheit frei entfalten können. Dies ist angesichts der massiven Krisen, die die Menschheit zu bewältigen hat, nicht nur edler Wunsch, sondern auch dringende Notwendigkeit.

Praktische Schlussfolgerungen für die Aufstellungsarbeit

Die obigen Erwägungen können nicht nur bei der Arbeit mit dieser spezifischen Klientel helfen; sie können die Aufstellungsarbeit ganz allgemein bereichern und vertiefen. Sie verändern ja auch den Blick auf Personen, die sich im herkömmlichen Spektrum (“cis” und “hetero”) zu Hause fühlen.

Wie bei jeglicher therapeutischer Begleitung, hat das Menschenbild der *Therapeut*innen* bis in die Feinheiten Einfluss auf jegliche Diagnose und Intervention. Es spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle, welche meiner seelischen Schichten mir selbst zugänglich sind, wie weit ich frei von gesellschaftlichen Konditionierungen bin, und mit welchen seelischen Dimensionen meines Gegenübers ich in Kontakt treten kann – auch jenseits dessen/deren/* Eigenwahrnehmung.

Im Allgemeinen ergeben sich aus meinen Erwägungen für die Aufstellungsarbeit folgende praktische Schlussfolgerungen:

  • Es kann keine zwingenden Standard-Positionen für ‘Männer’ und ‘Frauen’ geben.
  • ‘Männer’ können ‘Frauen’ repräsentieren und umgekehrt. Die Wahl von Repräsentanten mit weiblichem Körper für Personen des Systems mit männlichem Körper (und umgekehrt) kann, aber braucht keine Bedeutung zu haben; das gilt auch für Systemaufstellungen, in denen Elemente ohne Geschlecht repräsentiert werden. Der Klient mag z.B. seelischen Qualitäten mehr Relevanz zumessen als dem körperlichen Geschlecht. Das ist unter Umständen sogar zu begrüßen oder zu stimulieren.
  • Da geschlechtsspezifische Rollen Teil der gesellschaftlichen Realität sind, in der wir leben, kann es aber auch durchaus sinnvoll sein, geschlechtsspezifisch aufzustellen. In vielen Fällen ist das seelische Wesen der Personen mit dem seelischen Spektrum, das dem körperlichen Geschlecht zugeschrieben wird, ja so weit verwachsen bzw. identifiziert, dass sich aus der geschlechtsspezifischen Aufstellung wesentliche Informationen ableiten lassen.

Für die Aufstellungsarbeit mit Personen, die sich als LSBTIQ* verstehen, gilt noch mehr als in allen anderen Fällen, dass die Qualität der Beziehung von *Klient*in* und *Begleiter*in* ausschlaggebend ist. Wir dürfen davon ausgehen, dass diese Personen für jegliche Form der Abwertung und Diskriminierung sehr sensibel sind. Es ist für Personen, die dem Mainstream angehören, schwer vorstellbar, wie schmerzhaft es sein kann, immer wieder auf Vorstellungen und Vorurteile zu treffen, somit auf einen Eigenschaftsträger reduziert zu werden und keine Begegnung von Person zu Person zu erfahren – ganz abgesehen davon, wie sehr allerlei Formen von Mikroaggressionen und von gewaltsamen Angriffen erniedrigen, verängstigen und verletzen können.

Deshalb geht es zuvörderst darum, in feinsinniger Abstimmung für emotionale Sicherheit zu sorgen; erst diese macht ja eine offenherzige Untersuchung im Aufstellungsfeld möglich. Das erfordert allerdings die Nüchternheit und Geduld, zu akzeptieren, dass unvermeidlich emotionale Turbulenzen und geistige Barrieren im Raum sein werden; sie ausschließen zu wollen, würde sie nur verstärken. Dazu sollte jegliche Regung in erster Linie willkommen sein – seien es Animositäten, Aversionen, Aggressionen usw. Es hilft dabei, zu bedenken, dass sich in ihnen gesellschaftliche Kräfte widerspiegeln, denen im authentischen persönlichen Kontakt gegengesteuert werden kann. Den *Gastgeber*innen* wäre somit von vornherein ein implizites und eventuell explizites Konfliktmanagement aufgegeben.

Das legt die Erwägung nahe, segregierte LSBTIQ*-Aufstellungsseminare zu organisieren, um das Konfliktpotential zu reduzieren. Das würde ich allerdings nicht empfehlen. Es würde nämlich die weitgehende Isolierung dieser Gruppen fortsetzen. In einem gemischten Seminar könnte dahingegen schon die einfache Tatsache, dass Cis/Hetero und LSBTIQ* miteinander in tiefe Resonanz gehen können, für beide Seiten heilsam sein. Dass dies prinzipiell möglich ist, ist Teil der hier vorgeschlagenen Perspektive. Was allerdings im Hinblick auf die Zusammenstellung von Gruppen gegenwärtig tragfähig ist, wird in der Praxis eruiert werden müssen.

Was bei der Vertrauensbildung helfen könnte, wäre u.U. die vollständige Delegation der Führung an die *Klient*innen*, so wie Olaf Jacobsen dies in seinen Freien Aufstellungen praktiziert. Der/die/* Betroffene leitet demnach den Aufstellungsprozess selbst und ist für den Verlauf endverantwortlich, kann aber in diesem Rahmen *den/die/* fachkundige*n *Begleiter*in* beauftragen, die Aufstellung durchzuführen. Damit behielte der/die/* *Klient*in* selbst die Regie und bräuchte sich nicht einer Person mit andersartigen Präferenzen anzuvertrauen bzw. auszuliefern, was zu erhöhter emotionaler Sicherheit und damit zu größerer Offenheit führen könnte. Auch könnten so eventuelle störende geistige Interferenzen leichter vermieden werden: Ein*e *Begleiter*in*, der/die/* keine LSBTIQ*-Präferenzen hat, wird unweigerlich bestimmte implizite Annahmen haben, die der Psycho-Logik dieser spezifischen Klientel nicht entsprechen.

Dass diese Konstruktion allerdings nicht nur Vorteile hat, braucht hier nicht erläutert zu werden. Auch hier gilt: Was wirklich weiterhilft, wird sich erst in der Praxis erweisen. Summa summarum ist die geistige Haltung der *Gastgeber*innen* von zentraler Bedeutung. Die Haltung bestimmt ja unweigerlich das Verhalten: sowohl den Verlauf der persönlichen Interaktion als auch die Art und Richtung der professionellen Interventionen.

Dabei geht es um Fragen wie: Inwieweit bin ich mit ‘männlichen’ bzw. ‘weiblichen’ Stereotypen identifiziert –oder kann ich sie als meine Präferenz relativieren? Gibt es Berührungsängste und Aversionen solchen Personen gegenüber – oder kann ich sie wahrnehmen, eventuell eingestehen, sie aber dann links liegen lassen und mich untersuchend in die menschliche Begegnung begeben? Denke ich in Kategorien von ‘Abweichung’, ja vielleicht sogar von Krankhaftigkeit – oder kann ich allen Phänomenen menschlichen Lebens wohlwollend und untersuchend begegnen? Kann ich – Auge in Auge mit diesem oder jenem Menschen – jegliches Etikett vergessen?

Insgesamt kann es aber nicht um eine ideale, durch und durch abgeklärte Haltung gehen; die wäre eine Chimäre. Die Arbeit braucht ja die persönliche Präsenz – und diese schließt die soziale Verankerung und die ganze Vielschichtigkeit der Person ein. Wichtig wäre es meiner Ansicht nach, dass *Begleiter*innen* mit sich so weit im Reinen sind, dass sie ihre unterschiedlichen und manchmal kontroversen inneren Stimmen kennen und – um mit Friedemann Schulz von Thun zu sprechen – ihr inneres Team für diese Aufgabe optimal aufgestellt haben. Begleitung von Personen mit LSBTIQ*-Affinität würde daher besondere innere Vorbereitung erfordern. Dazu will dieser Artikel beitragen.

Abgesehen davon sehe ich im Hinblick auf die Aufstellungsbegleitung zwei No-Go’s:

  • die Vorstellung einer archetypischen, natürlichen Ordnung der Geschlechter, der Personen zu entsprechen haben
  • die Neigung, Aufstellungen als eine Art Pathogenese und korrektive Therapie von LSBTIQ*-Präferenzen einzusetzen.

Aus der Tatsache, dass der Fokus als non-binär gedacht werden kann, ergeben sich auch viele neue Möglichkeiten. Je nach Anliegen können eine ganze Reihe von Komponenten getrennt aufgestellt werden, wie z. B.:

  • das körperliche Geschlecht
  • das diesem zugeschriebene Spektrum
  • das erlebte seelische Geschlecht
  • der zukünftige Trans-Körper
  • das non-binäre Wesen
  • • ’Maskulinität‘ und ’Femininität‘ im oben beschriebenen Sinne als seelische Grundqualitäten (u.U. auch als Orte im Sinne der Glaubenspolaritätenaufstellung).

Hier öffnet sich also ein weites Feld. Der Phantasie sind dabei nur die Grenzen des persönlichen Anliegens der jeweiligen *Klientinn*nen* gesetzt. Solange Gender allerdings kein explizites Thema ist, würde ich *Gastgeberin*nen* empfehlen, die Arbeit nicht unnötig zu komplizieren, indem sie an ein fundamental non-binäres Wesen referiert. Auch Personen mit LSBTIQ*-Präferenzen können oft Thematiken haben, in denen Gender keine Rolle spielt – eine Aufstellung des Herkunftssystems etwa oder ein Tetralemma. Es geht ja gerade darum, Sexus und Gender nicht überzubewerten, sondern sich der Person zu widmen.

Zum Schluss: So wie idealiter Diagnosen hypothetisch und Interventionen tentativ sind, so sollte auch die hier vorgeschlagene Perspektive kritisch daraufhin geprüft werden, was sie in der Begleitung bewirken kann. Jegliches Denken und Handeln im therapeutischen Prozess hat sich nach meinem Dafürhalten im Hinblick darauf zu verantworten, ob sich dadurch – sehr verkürzt gesagt – Liebe und Lebendigkeit der *Klient*innen* vertiefen bzw. erweitern können – eine Frage, die nur persönliche Antworten kennt und letztendlich Herzenssache ist.

In diesem Sinne möge, so mein Wunsch, das Beherzigen der vorgelegten Erwägungen neue Räume öffnen.

PS: Ich danke Diana Drexler, Olivier Netter und Heike Beck für ihre sorgfältige Lektüre meines Manuskripts und ihre wertvollen kritischen Bemerkungen.

Thomas de Neve