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Beiträge zu Lösungen in Familien und Organisationen

Forum


10/2021

Forum Editorial

 

Das Bedürfnis nach dem Austausch der Meinungen ist gestiegen! Das stellen wir fest, wenn wir auf die Welt und die Ereignisse um uns herum schauen. Zu diesen Ereignissen gehört für uns als Redaktion auch der Wechsel des Vorstandes der DGfS. Die elektronischen Medien spielen aktuell auch in unserem Verband eine immer größere Rolle, eröffnen Möglichkeiten der Kommunikation, Auseinandersetzung und Zusammenarbeit, die vorher nicht existierten. An den Platz und die Möglichkeiten des FORUMs in einer solchen, durch elektronische Medien bereit gestellter Kommunikation zu erinnern, ist in diesem Editorial unser Anliegen.

Neben der Veröffentlichung von „traditionellen“ Texten rückt der Austausch der Leserinnen und Leser, ihre Reaktionen auf Artikel und ihre Wortmeldung insgesamt, allmählich und unübersehbar in den Fokus.

Wie alles kam

Am 4. Juli 2017 beendeten Lisa Böhm und Wilhelm de Phillip ihre redaktionelle Arbeit für die Praxis der Systemaufstellung, deren Konzept und Aussehen sie beide maßgeblich gestaltet, entwickelt und erstellt haben. An diesem Tag wurden wir, Kerstin Kuschik, und Olivier Netter als neue Redakteure begrüßt und durch den Vorstand eingesetzt. Dem vorausgegangen war ein längerer und mehrgleisiger Findungsprozess für die Neu-Besetzung der Redaktion innerhalb der DGfS. Peter Bouquin und Kirsten Nazarkiewicz waren schon zuvor als Redakteure bei der bis dahin als Heft erscheinenden PdS. Peter Bourquin war einer der Ideengeber für das zunächst neue Buchformat und schließlich auch für das Online-Format als Möglichkeit, neben einem thematischen Schwerpunkt des Themenbuches auch aktuellere Texte anzubieten. – Und dies auch an Interessentinnen und Interessenten der Aufstellungsarbeit, die nicht im Verband sind. Über den Verlag kann das Buch nun von allen im Buchhandel bezogen werden und auch das Online Forum ist jedem zugänglich. Das erste Themenbuch 2017 war bereits in Arbeit.

Anwesend waren neben den bereits genannten Personen auch Dieter Dicke, Diana Drexler, Volker Fleïng, Daphne Georgiadis, Ursula Franke-Bryson Marianne Franke-Gricksch, Birgit Koch, Eva Madelung, Albrecht Mahr, Claude Rosselet, Jakob Schneider, Bertold Ulsamer, Gunthard Weber, und Inga Wild.

Für uns Forum-Redakteure ging es darum, ein völlig neues Konzept für eine Zeitschrift im Internet zu erarbeiten und umzusetzen. Von Anfang an war es unser Wunsch, den Geist, die Authentizität der Beiträge, die Unabhänigkeit und Offenheit der PdS, so wie wir sie kannten und schätzten, auf die digitale Version zu übertragen. Deshalb entwickelten wir gemeinsam mit Daphne, der graphischen Künstlerin, die schon die erste Heft-PdS betreut hatte, die HOME-Ansicht der neuen digitalen PdS, um unsere Nähe zur ersten PdS auch für unsere Leserinnen und Leser schon rein äußerlich klar zu dokumentieren.

Aber auch die Rubriken: Die Kunst des Aufstellens, Wissenschaft, Fälle und Erfahrungen, Aufstellungen und Gesellschaft und Ergänzung durch andere Methoden übernahmen wir ganz bewusst von der ersten PdS, ergänzt durch Formate, die sich nur im digitalen Medium umsetzen lassen: Video, Podcasts, Verlinkungen, Reaktionen und Kommentare und natürlich die komplette digitalisierte Bibliothek aller bisherigen Ausgaben der PdS.

Unsere Arbeit durchlief mehrere Phasen, in denen wir erst lernen mussten: Von der rein technischen Realisierung unseres Konzeptes, der Aquirierung von Texten und Autoren, bis hin zu den ersten Versuchen, diese neue Zeitschrift bekannt zu machen. Wer ist überhaupt bereit, längere Texte zu lesen, die nicht auf Papier sondern auf einem Bildschirm erscheinen? Wer hat Interesse daran, seine Zeit und seine Arbeit in einen Text zu investieren, der anschließend „nur“ auf einem Bildschirm erscheint?

Nun, die Liste der Autorinnen und Autoren, die unserem Wunsch und den Vorgaben entsprechend einen Artikel eigens für die PdS FORUM geschrieben und die ihn bei uns veröffentlicht, die ein Video beigetragen, eine Rezension geschrieben haben und vieles mehr, ist mittlerweile schon recht ansehnlich. Diese Autorinnen- und Autoren-Liste umfasst, so wie wir es geplant hatten, ein breites Spektrum der Schulen, Meinungen und Disziplinen. An dieser Stelle möchten wir unseren herzlichen Dank an die Autorinnen und Autoren aussprechen, die sich auf das Experiment PdS FORUM mit uns, und auch auf unsere textlichen und inhaltlichen Anmerkungen eingelassen haben!

Die Möglichkeiten des Mediums

Redaktionelle Arbeit ohne Redaktionsschluss ermöglicht die zwanglose Annahme von Texten zu jedem Zeitpunkt, Themenstränge können über längere Zeiträume hinweg entstehen und die Kommentarfunktion ermöglicht eine schnelle

Bild

Rückmeldung der Leserinnen und Leser an die Autorinnen und Autoren.

Gleichzeitig ist es uns wichtig, als Publikation wahrgenommen zu werden, das sich um Qualität und Integrität bemüht. Veröffentlicht werden Artikel, die bisher noch nirgendwo anders erschienen sind. Artikel müssen nicht einer bestimmten Richtung und Meinung entsprechen, sondern bestimmte allgemeine Merkmale wie Nachvollziehbarkeit, Sinnhaftigkeit und Originalität erfüllen. Artikel wie Erfahrungsberichte, Rezensionen und andere Beiträge, die mehr aus dem spontanen Interesse heraus verfasst werden, werden in die entsprechenden Rubriken eingepflegt. Bereits erschienene Artikel, die wir als interessant erachten oder die an uns herangetragen werden, verlinken wir in einer speziellen Link-BoX.

Um dem Bedürfnis nach Austausch zu entsprechen, haben wir – und das ist eine Erweiterung des ursprünglichen Print-Konzeptes - auch den Bereich „Debatten“ im FORUM eingeführt, der eine prominente Stelle in den sechs Feldern gleich am Anfang der Webseite hat. Bei diesen Beiträgen halten wir uns als Redaktion zurück und setzen darauf, dass einseitige, übertriebene oder zu polemische Positionen argumentativ gekontert werden. Genau das ist für uns der Sinn dieses Bereiches.

Wie sieht das denn aus? Warum finde ich nicht das, was ich suche?

Es ist eine ganz eigene Herausforderung die Navigation auf einer so stark strukturierten Internetseite bequem, intuitiv und transparent zu gestalten. Technische Begrenzungen auf Seiten der Programme aber auch auf Seiten der Redakteure führen dazu, dass es hier immer etwas zu verbessern gab und weiter gibt.

Eine Zeitschrift – für wen?

Wichtig ist uns, dass wir schon rein äußerlich – wie die erste PdS ­– als autonomer und vollständig selbstverantwortlicher Teil der DGfS wahrgenommen werden. Die redaktionelle Arbeit und das FORUM sind frei und dienen der Aufstellungsarbeit insgesamt, aber keinen verbandspolitischen Zielsetzungen, keinem besonderen Vorstand und keinem besonderen Organ. Meinungen und Zwecke sind jederzeit auf die schreibende, einzelne Person zurück zu führen und repräsentieren in erster Linie eine individuelle Stimme. Auch wir als Redakteurin und Redakteur schreiben Fachartikel als private Personen – ebenso wie andere Funktionsträgerinnen und Funktionsträger. Einzig das Editorial und die Auswahl der Artikel repräsentiert die Meinung und Arbeit der Redaktion.

Dahinter steht ein Veröffentlichungs-Konzept, das die ganze Breite der Schulen und Meinungen zu Wort kommen lässt und das aber auch sicherstellt, dass sich diese Meinungen den Kommentaren und Kritiken anderer Autoren stellen. Wir veröffentlichen, was mit persönlichem Engagement, rationaler Argumentation, Sachverstand und Nachvollziehbarkeit vorgetragen wird. Hier Grenzen zu ziehen ist auch für uns nicht immer leicht - Unsachlichkeit und überzeichnende Kritik haben viele Gesichter. Sie gehen von offener Polemik bis hin zur subtilen, freundlich verpackten Herabsetzung der Meinung und Person anderer.

Um unsere Ansprüche an die Auseinandersetzung mit fachlichen Themen, mit Schulen und Konzepten zu gewährleisten investieren wir als Redaktion jenseits der Debatten in die Autorinnen und Autoren. Wo wir etwas nicht verstehen, zu viele Unklarheiten und Widersprüche glauben erkennen zu müssen, fragen wir nach und bitten entweder um Präzisierung oder Korrektur. Wo vielleicht unbemerkt eine andere Position unserer Meinung nach nicht objektiv beschrieben oder beurteilt wurde, haken wir nach und bitten um mehr Objektivität. Diese gemeinsame Arbeit am Text ist meist sowohl für die Autorinnen und Autoren als auch für uns Redakteure ein Gewinn, weil es von uns verlangt, genauer hin zu schauen

Dies alles so zu gestalten wie wir es tun, ist ein Anspruch an uns selbst und Ausdruck unseres Wunsches, als Nachfolger der ersten Praxis der Systemaufstellung erkennbar zu sein. Ob wir dem stets und immer gerecht werden?

An diesen Geist zu erinnern, ist uns gerade jetzt, in Zeiten kontroverser Auseinandersetzungen um Praxis und Theorie der Aufstellungsarbeit in der DGfS, ein großes Anliegen. Wir als Redaktion möchten den Raum bereit- und offenhalten für eine breite, umfassende und ehrliche Auseinandersetzung mit den aktuellen und kommenden Themen der Aufstellungsarbeit. Artikel, Debatten, Erfahrungsberichte und viele weitere Rubriken machen es dem Leser leichter zu erkennen, wieviel fachliche Akribie, persönliche Meinung und vielleicht auch Polemik in dem zur Lektüre bereitgehaltenen Text zu erwarten sind. Dass alles dazu gehört, nehmen wir als Redaktion als einen unserer Leitsprüche. Wir hoffen, mit dem PdS-FORUM der Aufstellungsarbeit und allen Aufstellerinnen und Aufstellern etwas Nützliches an die Hand zu geben.

 

o.n./k.k.

Frühere Editorials

Aufruf

Wir sammeln weiterhin Ihre Beiträge, Ideen, Fragen und Wortmeldungen zum Thema Coronavirus SARS-CoV-2 und die Folgen, um sie auf dieser Seite zu veröffentlichen.

  • Was können wir als Systemaufsteller zu den gerade ablaufenden Ereignissen positives beitragen?
  • Wie können wir Unterstützung geben?
  • Was sehen wir hier aus systemischer Perspektive?
  • Wie gehen wir damit um, dass durch die Kontakteinschränkungen unsere Arbeit massiv beeinträchtigt ist?
  • Erleben wir zur Zeit weniger oder eher einen anderen Kontakt mit unserer Umgebung? Was ist der Unterschied?

Einige Beiträge sind bereits eingegangen.

Sie finden die Sammlung aller unter "Themen". Daneben sind einzelne zusätzlich in die bereits bestehenden PdS-Bereiche geordnet wie Fachartikel oder Link-BoX.


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Neue Artikel

Verlangsamtes Leben findet den Weg zu sich zurück

Christine Arnold arbeitet in Österreich als Aufstellerin mit Persönlichkeitskonzepten und Ich-Anteilen. Sie bezieht sich unter anderem auf Ero Langlotz, Wilfried Nelles und auch Franz Ruppert. Sie hat dazu kürzlich ein Buch geschrieben: "Im Raum des Ich - Aufstellungen mit inneren Anteilen", das sich als Praxisbuch für diese Art der Aufstellungen versteht. In diesem kurzen Beitrag fokussiert sie auf das Besondere der Arbeit innerhalb des Persönlichkeits-System des Klienten, zum Beispiel die Prozessorientierung gegenüber der Lösungsorientierung. 

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Reflexionen über die Weitergabe von phänomenologischen Arbeitsweisen vermittelst der Achtsamkeitspraxis

Dieses Audio-Interview von Kerstin Kuschik mit Harald Homberger behandelt die für beide bedeutende Einübung in Bewusstseinsarbeit, die andere Menschen begleitende Personen nach deren Meinung braucht. Homberger umreißt auch, wie er Achtsamkeitspraxis und Meditation in seine Arbeit einbindet.

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Kunsttherapie und Figurenstellen - ein Fallbeispiel

Lisa Kalteis schreibt: "Die Verbindung von Kunsttherapie und systemischer Aufstellungsarbeit fasziniert mich seit Langem - nach über 20 Jahren Erfahrung mit Selbsterfahrungs-Malgruppen - sind die Übergänge oft fließend. Ein intuitiv gemaltes Bild (mit oder ohne Thema) zeigt oft unbewusst Inhalte oder Symbole, die familiensystemische Inhalte darlegen und die es zu entschlüsseln gilt." In dem folgenden Fallbeispiel zeigt sie, wie sie dies in Praxis umsetzt.

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Grüne Schwäne – Gutes in der Pandemie

Albrecht Mahr schreibt: "(...) Wir befinden uns mit Corona demnach gerade unter dem Einfluss von Grünen Schwänen. Und Grüne Schwäne bringen es mit sich, dass sie in ihren komplexen Folgen unmöglich zu überblicken, geschweige denn zu beherrschen sind. Was also könnte Gutes in einer solchen Situation liegen? Gutes in der Pandemie – was mag das sein? Ein paar Stichworte dazu, alles andere als vollständig. Corona betrifft Alle existenziell, und damit ist ein trans-personaler Bereich geöffnet und zugänglich – das Sein – der sonst in aller Regel nicht wahrgenommen wird."

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Die Wirkung der Sprache in der Aufstellungsarbeit

Mein Anliegen, so schreibt Heiko Hinrichs, ist es zu verdeutlichen, wie vielschichtig Sprache – und eine damit verbundene innere Haltung - im therapeutischen Kontext, exemplarisch in der Aufstellungsarbeit, wirken kann. Sowohl in der verbalen Form als auch auf nonverbale Weise finden Resonanzprozesse zwischen der Aufstellungsleitung, den Aufstellenden sowie auch anderen Mitwirkenden (z.B. in einem Aufstellungsseminar) statt. Die jeweils ausgetauschten Botschaften und Intentionen wirken nicht nur mental und psychisch...

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Die Furcht vor der Existenz dunkler Mächte und die Faszination der Lüge

Viele gesellschaftliche, kulturelle und öko­logische Pro­bleme liegen auf der Hand. Ich verzichte hier darauf,  sie alle auf­zuzählen und vertraue darauf, dass sie im fairen Aus­gleich und im gegen­seitigen Respekt zu lösen sein werden. Warum, so frage ich mich also, Verur­sacher und Profi­teure im Verborgenen einer parallelen Welt des Unrechts und Bösen suchen? Dass die Vorstellungskraft zur Wieder­herstellung einer realitäts­gerechten Wahr­nehmung bereit sein muss, das Unvorstell­bare zu denken und ihm eine Gestalt zu geben, geht in Ordnung und ist eine empfehlens­werte Idee.

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Aufstellen in der aktuellen Krisen-Situation – eine Kritik und eine Hoffnung

Dieser Beitrag von Kerstin Kuschik beschreibt, was die Autorin bezüglich der Folgen, die die Pandemie schon jetzt mit sich bringen, bewegt, und sie reflektiert dabei auf unsere Berufsgruppe: Was könnten wir Aufsteller:innen in dieser Lage tun und was nicht? Dies tut sie hoffnungsvoll, differenziert und kritisch in Bezug auf einige Äußerungen im Rahmen der aktuellen Covid19-Maßnahmen. Sowohl, was allgemeine Aussagen betrifft, als auch im Besonderen die Thesen von Franz Ruppert.

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Was das Virus uns sagen will? Kritische Betrachtungen zur Aufstellungsarbeit in der Coronakrise

Bertold Ulsamer stellt in diesem Beitrag einige Gedanken zur Diskussion zu einem heiklen Thema vor. Es geht um Aufstellungen zu Themen um das Coronavirus. Er hat einige Grundhaltungen, aus denen heraus er pointiert und thesenhaft schreibt, so dass Kollegen und Kolleginnen, die anders arbeiten vielleicht ebenso klar antworten können. Natürlich, das betont er, seien dies nur seine Konzepte und er schreibt m Bewusstsein darüber, dass kein Konzept die ganze Wirklichkeit umfassen kann.

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Rubriken

Buchbesprechungen

K e n n e n   S i e   e i n   B u c h ,  das sie unbedingt 

weiterempfehlen möchten, weil es gut oder wichtig ist? Schreiben Sie eine Besprechung oder
schlagen Sie uns ein Buch für eine Besprechung vor. Mail an die Redaktion

Aktuell suchen wir eine Kollegin/einen Kollegen für eine Buchbesprechung über: Der Raum des ICH. Aufstellen mit inneren Anteilen. Ein Praxisbuch, von Christina Arnold. Bitte wenden Sie sich an die Redaktion, wir versenden dann das Buch.

10.06.2021 Buchbesprechung: Bertold Ulsamer - Transgender - und mein Versuch, es zu begreifen 

01.08.2020 Buchbesprechung: Stephanie Hartung / Wolfgang Spitta - Lehrbuch der Systemaufstellungen

24.07.2020 Buchbesprechung: Wilfried Nelles - Die Welt in der wir leben

13.07.2020 Buchbesprechung: Jürgen Hasse - Betäubte Orte

13.07.2020 Buchbesprechung: Jürgen Hasse -Was Räume mit uns machen - und wir mit ihnen

24.11.2019 Buchbesprechung: Martin Permantier - Haltung entscheidet

19.09.2019 Buchbesprechung: Klaus-Peter Horn - Connected to the unknown

26.03.2019 Buchbesprechung: Rolf Müller - Der Schrei des Herzens und die Antwort des Raben

29.08.2019 Buchbesprechung: Thomas Geßner - Wie wir leben - und was wir alles aus Liebe tun oder vermeiden

21.06.2018 Buchbesprechung: Thomas Gehrmann

Filmbesprechungen

Bewusstsein und Forschung

„The 1 Field“ von Tsipi Raza aus 2019

 
Von Elke Foster-Mahle, Kerstin Kuschik und Hildegard Wiedemann 
 
Der Film „The 1 Field“ von der Regisseurin Tsipi Raza wurde 2019 in Israel produziert und wurde auch größtenteils dort gedreht. Er zeigt in vielen Schnitten je kurze Sequenzen von 12 Experimenten und Veranstaltungen, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die Frage schauen, wie wir jenseits von Vorstellungen über Materie durch ein „Feld von Energie“ miteinander als Wesen, als lebendige Natur … als Erscheinung im Universum und Teil davon verbunden sein könnten. So forscht ein Team von Wissenschaftler*innen darüber, welchen Einfluss große Gruppen-Meditationen, die über die Welt verteilt zur gleichen Zeit stattfinden haben könnten, eine andere, ob sich Fernwirkungen auf Objekte wie etwa Wasser zeigen lassen wenn auf sie Konzentration und starke Emotionen gerichtet werden, ein Wissenschaftler forscht darüber, wie Blutkörperchen in einer Blutprobe durch Gesang(sschwingungen) beeinflusst werden, ein Mann bringt sich in Kontakt mit einer, wie er sagt „Wesenheit“, und vermittelt Botschaften. Mit viel Technik und diversen elektronischen Messmethoden, eigens entwickelten Geräten wird versucht zu messen, was sich auf körperlicher Ebene messen lässt: elektromagnetische Felder, die Anzahl von Zellen und deren Vitalität, die Entwicklungsrichtungen von Stammzellen nach verschiedenen Umwelteinflüssen, Puls und andere Vitalfunktionen der Probanden und anderes. Eines ist klar, steht damit also nicht in Frage: alle Beteiligten haben persönliche und vielfache Erlebnisse dazu gebracht, sicher darin zu sein, dass wir verbunden sind, dass diese Verbindung keine materielle ist, und auch nicht linear an physikalische Phänomene wie Raum und Zeit gebunden sind. Dieses eine Feld wird versucht zu erfassen und zu erklären. Der Film kann als Pendant zu dem in 2004 in den USA veröffentlichten Film „What the bleep do we know?“ betrachtet werden. Er hat die gleiche Machart, mit vielen ähnlichen Experimenten und Aussagen, mit Beteiligten, die ähnliches forschen und auch mit gleicher Medien-Kritik von der Einordnung als pseudowissenschaftliches Dokudrama durch die Mainstream-Wissenschaft und Sektenbeauftragten sowie auch als beeindruckendes und mutiges Werk derer, die Interesse haben am Blick "hinter den Spiegel" (K.K.). Wir haben mit einer Gruppe Kolleg*innen den Film zusammen geschaut, einige stellen hier ihre kurzen Eindrücke nach dem Film zur Verfügung.
(die Red. K.K.)
 
Elke Forster-Mahle: Für mich ganz persönlich ist dieser Film ein Geschenk: zeigt er doch eindrücklich an vielen Beispielen wie wir miteinander verbunden sind, die Quantenphysik spricht hier von 'Verschränkung'. Ich kann für mich behaupten, dass ich es bereits mein ganzes Leben fühlen konnte, meine Intuition hat mich diesbezüglich stets sehr gut geleitet. In vielfachen Formaten habe ich genau diese Verbundenheit gespürt und gerade in den Systemaufstellungen lasse ich mich vom "Feld" führen, bin offen für alles, was sich zeigen möchte...
Ich hatte das grosse Glück, Gregg Braden und Bruce Lipton bereits live zu erleben und es hat mich inspiriert, meinen Weg genauso weiterzugehen, es war für mich in jeder Hinsicht 'stimmig'. Lynne McTaggert hat mich bereits mit ihrem Buch 'Das Nullpunktfeld' sehr angesprochen und in meiner Forschungsgruppe zur "Kraft der 8" haben wir eindrücklich sehr gute Erfahrungen sammeln könnten. Dankbarkeit und Demut sind mir in diesem Zusammenhang unabdingbar. Gerne würde ich diesen Film einem größeren Publikum wünschen, ein Erfahrungsaustausch ist einfach wertvoll.
 
Kerstin Kuschik: Ich habe den Film zunächst ohne Erwartungshaltung angefangen zu schauen, ein einfaches Interesse an dem, was sich gerade tut in der Bewusstseinsforschung. Hier habe ich kaum Neues erfahren. Ich konnte mich aber selbst wieder einmal mit Fragen verbinden und Erfahrungen, die etwas in den Hintergrund getreten sind. Zum Beispiel die Frage danach, wieviel „Beweis“ ich brauche und wofür, oder dass ich die Bedeutung der Wirkung von Musik und dem Singen auf unseren Organismus wieder mehr Raum beimessen möchte. 
Der Film hat mich sehr eingenommen, vor allem, wenn ich in Kontakt gehen konnte mit der so tiefen Erfahrung des Wunders des Da-Seins und des Miteinander-Seins und ja, auch des Dazwischen. Menschen, die solche Aktionen wie im Film bringen, wie "Liebe" crossover in einem Teil der Erde (Naher Osten) zu meditieren, in dem seit der Geschichtsschreibung Angst und Krieg dominieren, berührt mich, wie überhaupt das nicht enden wollende Bemühen darum, sich zu verstehen und zu entwickeln, obwohl wir viele Gründe für Hoffnungslosigkeit haben könnten und wir alle in unterschiedlichem Maß fleißig weiter mit daran beteiligt sind, das fortzusetzen, was wir schon stoppen könnten. Oft berührte mich der Film auch so, wie ich es nicht mag, weshalb Widerstände stets dabei waren. Nicht prüfbare Ergebnisse, nicht nachvollziehbare Versuchsanordnungen, Verkündungshabitus, eine gehypte Erzählung, die auf Eindringlichkeit und Effekte setzt durch die Art der Musik und computeranimierte Standardbilder von Atomen, Embryo vor Universumshintergrund, Galaxien und bunte Gasnebel, Nervenbahnen und dergleichen, so wie sie jede aufgepimpte Doko nach amerikanischen Vorbild zeigt, wenn das unerklärliche erklärt werden soll, haben mich genervt. Verkündigungsshows liegen mir gar nicht und Menschen, die sich in Szene setzen, indem sie sagen, sie tun gerade das nicht, sie seien nur im Dienst für andere, hinterlassen Argwohn. Meines Erachtens könnte gerade dieses Thema wunderbar auf solche Inszenierungen verzichten, mehr Zeit, mehrere offen gehaltene Berichte, Ruhe im Schnitt, mehr Raum für das eigene Spüren und damit auch das Vertrauen in die Zuschauenden, dass sie dies schon füllen können, wären für mich angemessener gewesen.
 
Hildegard Wiedemann: Der Film spricht von dem Feld hinter dem Schleier. Das erinnert mich an das „Seiende“, von dem der griechische Philosoph Parmenides spricht. Er vergleicht es mit der Vollkommenheit einer Kugel und sagt, dass wir mit der Vernunft das Seiende nicht erfassen können. Der Film zeigt Wege, wie wir nonmental Zugang zu dem Seienden bekommen können. Es ist möglich im Tönen, in der Stille der Meditation, im Lauschen in der Natur und Gemeinschaft. In dem Seienden ist alles vorhanden. Wir können uns dafür öffnen und an dem Wunderbaren dieses Feldes teilhaben. Antworten auf unsere Fragen sind möglich wahrzunehmen. Dies Feld heißt auch Licht-, Energie- oder Akashafeld und entspricht dem, was früher Gott genannt wurde. Der Film zeigt, dass wir im Kontakt mit diesem Feld auf der Erde heilvoll wirken können. Sehr beeindruckend!
 
 
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Jugend und Alter

Lisa Böhm

Lisa Böhm-De Philipp

 

Was werden die Leute sagen, Norwegen, Deutschland, Schweden. 2017, Iram Haq

Ladybird, Amerika 2018, Greta Gerwig

Das schweigende Klassenzimmer, Deutschland 2018, Lars Kraume

Nacht der Nächte, Deutschland 2018, Yasemin Samdereli, Nesrin Samdereli

Liebe, Deutschland 2012, Michael Haneke, inzwischen als DVD erhältlich

Jugend und Alter: Filme über diese Lebensabschnitte gehören nicht zum Mainstream, von Zeit zu Zeit gibt es jedoch immer wieder gute Beispiele.

Jugend wird als Phase des Übergangs betrachtet, in der der Mensch nicht mehr Kind und noch nicht erwachsen ist. Einerseits sind die Eltern nicht mehr alleinige Bezugs- und Erziehungspersonen, die Peergroup, Nachbarn, die Medien, Internet, die Kirchen und staatliche Institutionen mischen entscheidend mit. Andererseits stoßen Sturm und Drang, verschiedene Stimmungen und Launen innerhalb der Familie auf Begrenzungen der Eltern und deren unterschiedliche Mittel darauf zu reagieren. Zentral ist das Thema Geschlechtsreife und Fortpflanzungsfähigkeit, das bei den Jugendlichen beiden Geschlechts Lust auf Ausprobieren erzeugt und den Eltern Angst macht. Das Schlimmste wird meist befürchtet: eine Schwangerschaft.  Die quälenden Zweifel und zwingenden Fragen der Jugend nach dem „Wer bin ich?“ „Woher komme ich (biografisch, geografisch, spirituell)?“ „Was will ich, was will ich nicht, was soll ich, was muss ich?“ sind zur Selbstwerdung notwendig. Werden sie ernsthaft gestellt, können sie in Reflexion und Weiterentwicklung münden. Gefühlsmäßig wahrgenommen gehen sie häufig direkt in rebellische Handlungen, um aus einer empfundenen Enge auszubrechen. Im günstigen Fall begleiten die Eltern diesen konfliktträchtigen Prozess mit ihrem klaren Ja und Nein, wohlwollender Menschlichkeit, Weisheit und diplomatischem Geschick. Im ungünstigen Fall eskalieren Situationen derart, dass Nachbarn oder das verständigte Jugendamt eingreifen. Den Eltern bleibt dann oft nur noch die Anmerkung: „Wir woll(t)en doch nur dein Bestes“. Die Lebensphase als Übergangszeit zu bezeichnen beinhaltet den tiefen Wunsch, es möge schnell vorüber sein. Dass sie ihre Zeit braucht, notwendig und wertvoll für die Entwicklung von Persönlichkeit, Stärke, Resilienz, Konfliktfähigkeit und Konfliktbereitschaft ist, zeigen zwei Filme auf eindrückliche Weise.  

Was werden die Leute sagen

ist das Erziehungsmotto einer pakistanischen Familie - ein Satz, der auch in Deutschland vor allem nach dem Krieg eine große Rolle spielte. Vermutlich gehört er zu Menschen, die aufgrund von Entwurzelung und Existenzängsten verunsichert sind und im Festhalten an traditionellen Werten und beim Ausprobieren von Neuem in den Augen von Anderen (Nachbarn) Halt suchen. Im Film bietet die pakistanische Tradition im Familien- und Freundesverband Rückhalt, steht aber auch einer Anpassung in Deutschland im Wege. Zu welchem Druck und welchen Auswüchsen es führt, wenn die außerfamiliären Einflüsse, erstmal nur in der Vorstellung, eine größere Rolle als die Familie spielen, zeigt der Film. Die Protagonistin befindet sich in einem Spannungsfeld von deutscher und pakistanischer Kultur, Tradition und Moderne, gewaltbereiter Erziehung der Eltern und einem ausgeprägten Autonomiebestreben und Freiheitsdrang. Zunächst ist nur der Vater das ausführende strenge Organ, die Mutter hält sich im Hintergrund. Weil die Tochter einen Jungen in ihr Zimmer lässt und küsst, bringt der Vater sie nach Pakistan zu seiner Schwester. Nach kurzer Zeit muss er aber feststellen, dass das ein erfolgloses Unternehmen ist und er geht in seiner Enttäuschung, Wut und Hilflosigkeit so weit, dass er seine Tochter fast umbringt. Als dann, zurück in Deutschland, die Mutter alles für eine Zwangsverheiratung in die Wege leitet, nimmt die Tochter noch mal alle Kräfte zusammen und bricht aus. Der unsichere Blick des Vaters drückt aus, dass er vermutlich gelernt hat, denn er bekommt es mit und bleibt untätig. Der Zuschauer hat die Tochter genug kennengelernt, um in ihre Resilienz vertrauen zu können, ist aber auch betroffen darüber, wie hart der Weg allein und ganz ohne Rückhalt der Eltern wahrscheinlich sein wird.

Ladybird

ist ein Film aus Amerika, der kulturelle Hintergrund ist unseren westlichen Vorstellungen entsprechend. Auch hier geht es um eine Tochter, die willensstark um ihre Autonomie und um ihr Frau werden kämpft. Vor allem geht es ihr aber auch um den Besuch eines guten Colleges in einer anderen Stadt, heraus aus einem für sie unerträglichen Kleinstadtmilieu. Für die Themen Sexualität, Selbstwerdung, Schulbildung sind hier in erster Linie der Besuch der Nonnenschule und die Gespräche mit der Mutter zuständig. Deren Motto, dass aus ihrer Tochter die beste Version ihrer selbst werden möge, führt sie zu vielen stimmigen Handlungen, manches hätte sie auch sein lassen können. Das erkennt sie selbst auch. Der Vater ist vorhanden, spielt aber nur dann eine Rolle, wenn es um die Finanzierung der Ausbildung geht. Die Sturm-und-Drang-Bedürfnisse der Tochter und die Grenzen der Eltern prallen auch in diesem Film aufeinander. Doch endet er damit, dass nach einem schmerzhaften Abschied und einer Kontaktpause die Schritte aufeinander zu wieder möglich sind. Das den Film abschließende Liebesgeständnis der Tochter bezieht sich vor allem auf die Mutter und die Heimatstadt.

Das schweigende Klassenzimmer

Der Film beginnt im Jahr 1956 und ist die Geschichte einer wahren Begebenheit. Die Grenzen der DDR sind noch offen, der Besuch in Westberlin ist möglich, im Kino wird die Wochenschau gezeigt. Die Abiturienten kehren mit der Information vom Ungarnaufstand in ihre Klasse zurück und regen eine Schweigeminute an. Die daraus entstehenden Repressalien lassen die Klasse zu einer zusammengeschweißten Gruppe werden, die zusammenhält bis der Druck von einem nicht mehr ausgehalten wird und er den Initiator verrät.

Fazit dieser zunächst jugendlich empörten, aber auch harmlosen und mutigen Handlung und deren brutalen Konsequenzen ist, dass daraus eine Kraft erwächst, die kritisch dem System der DDR gegenüber bleibt. Letztlich führt sie zur Flucht fast aller Beteiligten aus der zunehmend beengten Atmosphäre.

Die filmische Beschäftigung mit dem Alter ist für viele nicht sonderlich attraktiv, denn es muss gezeigt werden, dass die Blüte der Jahre vorbei ist, dass es um Abschiednehmen und Loslassen geht, dass der Tod im Blick ist und damit auch eine Vorbereitung auf ihn. Dies sind Aspekte, die eine Schwere beinhalten, die nicht immer ausgehalten werden kann. Dennoch hat jeder Lebensabschnitt einen speziellen Wert und das Alter ist eben auch die Zeit der Rückblicke, der Verarbeitung des Gewesenen und der Versöhnung mit dem, wie es war oder für jeden Einzelnen wie er wurde, was er ist. Wächst aus diesen Betrachtungen ein Alters-Humor, dann gelingt im besten Sinne ein Einverstanden sein, ein Abstand und eine Versöhnung mit sich selbst.

Nacht der Nächte

Gerade um diesen Humor geht es in dem Dokumentarfilm Nacht der Nächte, der vier Paare zeigt, die mehr als fünfzig Jahre zusammen sind. Wie sie sich gefunden und sich einander angenähert haben, mit Bedacht über ihre erste Nacht erzählen und ihre gegenwärtigen Gebrechen ansprechen, lässt sie selbst oft lachen oder schmunzeln, den Zuschauer auch. Der Umgang miteinander ist bei jedem Paar achtsam auf unterschiedliche Weise. So viele Jahre schweißen zusammen, egal wo auf dieser Erde: In Japan ein zwangsverheiratetes Paar, in Indien ein Paar, das die Kastenregeln mit einem Trick durchbrochen hat, in USA ein homosexuelles Paar, das sehr spät endlich heiraten durfte und in Deutschland ein Paar aus dem Ruhrgebiet, das sich im Nachkriegsdeutschland gefunden hat.
Eine bemerkenswerte Situation entstand dadurch, dass einer der Interviewten unmittelbar nach den Dreharbeiten gestorben ist. Diese Notiz erinnert an die Kürze der Zeit, die möglicherweise im Alter noch bleibt, um Wesentliches zu erledigen.

Liebe,

ein schon länger existierender Film, thematisiert nicht nur das gemeinsame Altwerden, sondern die wohl schwierigste Situation, die entstehen kann, nämlich Sterbehilfe für den Partner zu leisten. Die Frau, vom Schlaganfall getroffen, hat ihren nächsten Verwandten das Versprechen abgenommen, nicht ins Pflegeheim zu kommen. Dies wird vom Ehemann und der Tochter gegeben, natürlich ohne zu ahnen, was das eines Tages bedeuten könnte. Der Film liefert viele Argumente, warum dies als Weg gewählt werden kann, da die vom Schlaganfall gezeichnete Frau in ihren Verhaltensweisen zum alltäglichen Albtraum für den Mann wird. Letztlich könnte die Entscheidung seine Frau mit dem Kissen zu ersticken als ein Akt der Liebe verstanden werden, der ein für beide unwürdiges Leben beendet.

Eine Anmerkung: Die Familienaufstellungen werden salonfähig.
In diversen Fernsehfilmen taucht seit einiger Zeit die Methode des Aufstellens auf. Sie wird selbstverständlich als Methode erwähnt und gezeigt, um eine Situation dreidimensional sichtbar zu machen, und etwas zu verdeutlichen. Auf die anklingenden, aber nicht vertieften Erkenntnisse und die Möglichkeiten des Familienstellens wird nicht eingegangen.
Immerhin ein Beginn!

Beispiele:

Polizeiruf 110: Starke Schultern

Professor T: Blutlinien

Mai 2018, Lisa Böhm-De Philipp, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Anerkannte Weiterbildnerin für Systemaufstellungen (DGfS)

Audiointerviews

Interview mit Harald Homberger

"Reflexionen über die Weitergabe von phänomenologischen Arbeitsweisen vermittelst der Achtsamkeitspraxis" anhören

 

Interview mit Peter Sänger

"Allem Anfang wohnt ein Zauber inne." anhören

 

Erfahrungsschätze

"Was ist aus der langjährigen Erfahrung der Aufstellungsleitung heraus, bezogen auf Dein alltägliches Leben der größte Effekt?"

Dies habe ich die Kolleg*innen gefragt, live, und direkt die Antworten aufgezeichnet. Die meisten haben laut ins Mikro gedacht, einige haben andere  Kolleg*innen vorher sprechen gehört und haben sich eingezoomt, andere wiederum habe ich allein in einem Raum in Wiesloch während der Infosyon Tagung getroffen, einige habe ich übers Telefon aufgezeichnet bzw. werde das noch tun. Motto: Eine Frage eine Antwort. 

Die Antworten darauf waren so unterschiedlich wie ähnlich. Eine Arbeit, die zum Beispiel auf Einschließlichkeit setzt und diese immer gleich mit übt, müsste sich ähnlich im Leben derer niederschlagen, die sie ausüben – so unsere Vermutung. 

Da die Tagung in Wiesloch ein guter Startpunkt war, Personen live zu treffen, habe ich hier angefangen aufzuzeichnen. Denn das Projekt soll weitergehen. Jeder, der zu dieser Frage laut ins Mikro denken möchte, ist eingeladen, sich bei mir zu melden. Nun über das Telefon und ein Headset und vielleicht ein bisschen in die Frage hineingedacht. Aber bitte nichts schriftliches vorbereiten. Eine Frage, eine Antwort bleibt das Motto.

Um den Anfang zu machen schien mir eine Live-Veranstaltung mit Aufzeichnungsgerät das Richtige – auch um im direkten Kontakt mit den Interviewten Personen mein Gespür zu vertiefen, ob das Format hält, was ich mir davon versprach. Dies waren ermutigende Erfahrungen, es gelang uns allen, sofort anzuschließen an gemeinsame Erfahrungen und auch der je kurze Austausch war sehr verbindend und anregend.

Nun können Sie hier viele Kolleg:innen hören - in den unterschiedlichsten Räumen und Aufnahmesituationen. So ist die Tonqualität einmal mit mehr und einmal mit weniger Hall bzw. Nebengeräuschen oder auch unterschiedlichen technischen Voraussetzungen am Telefon, aber immer gut verständlich. 

Wie ist diese Auswahl zusammengekommen? Ich habe in die Ausgaben der ersten der Hefte Praxis der Systemaufstellungen geschaut, ich habe lange aufstellende Personen gefragt, weil sie gerade da waren, wir uns kennen, es zeitlich gepasst hat oder angeschrieben, wen ich kannte. Es sind natürlich längst nicht alle und die Auswahl soll niemanden ausschließen. Es ist ein Anfang. Jede*r, die/er gerne dabei sein mag soll sich eingeladen fühlen...

Ich möchte noch betonen, dass hier keine abschließenden und ausführlichen Betrachtungen kommen, sondern Momentaufnahmen. Gerade dies ist der Charme der Aufnahmen wie ich finde: reichhaltig in der Erfahrung und kurz auf den Punkt. Ein Ende gibt es ohnehin nicht. K.K.

Guni Baxa anhören

Christine Blumenstein-Essen anhören

Lisa Böhm-De Philipp anhören

Wilfried De Phillip anhören

Marianne Franke-Gricksch anhören

Erdmuthe Kunath anhören

Eva Madelung anhören

Dr. Albrecht Mahr anhören

Claude Rosselet anhören

Bertold Ulsamer anhören

 

Audio-Buchbesprechung

"Junge Flüchtlinge auf Heimatsuche" anhören

Ein Interview mit Birgit Theresa Koch.

Video-Vortragsreihe zu "Biographie + Arbeitsweise"

Neue Rubrik im Aufbau:

Eine Video-Vortragsreihe, begonnen unter den Bedingungen der Covid 19 Pandemie. Wir bitten die Vortragenden, uns einen Einblick in Ihre Arbeit zu gewähren, um von Ihnen lernen zu können. Was uns dabei besonders interessiert, sind die Fragen:

Wie hat sich die eigene Arbeitsweise aus der persönlichen oder beruflichen Biographie heraus entwickelt. Wieviel "Selbsterfahrung", persönliches Wachstum, Heilung und Reifung steckt in der eigenen Arbeitsweise?

Mit dieser spannenden Sichtweise erhalten wir als Zuhörer*innen noch besondere Anknüpfungspunkte, die eine ein fachliche Perspektive alleine oft nicht bieten kann.

 

Sakino Mathilde Sternberg

Wie sich Story Telling in die Ausbildung und die Aufstellungspraxis integrieren lässt. Mit Story Telling ist eine Methode des Zuhörers und Sprechens über die eigene Biographie gemeint. Mit dieser Gruppenmethode, die in Israel entwickelt wurde, erleben die Gruppenmitglieder eine intensive persönliche Veränderung.

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Thomas Gehrmann

Langjähriger Aufsteller und Autor mehrere Bücher über Bert Hellinger. Er ist unter den Aufstellern, die recht früh zum Aufstellen kamen, etwas Besonderes. Er hat über die vielen Brüche und Wandlungen hinweg, die die Person Hellinger persönlich und als öffentliche Figur erfahren hat, den persönlichen Kontakt aufrecht erhalten. Das ist nicht vielen gelungen und viele wollten dies auch gar nicht. Thomas Gehrmann kann aber gerade deshalb beitragen zum besseren Verständnis der Entwicklung des Aufstellens bei Hellinger selbst. Er kann auch zu den Mythen, die sich um das "Neue Aufstellen" gebildet haben etwas Erhellendes sagen. Thomas Gehrmann wollte immer, wie er scherzhaft sagt: "Hellinger ins Deutsche übersetzen". Etwas davon ist ihm in dem einstündigen Video, dass hier zu sehen ist, wieder gelungen.

Im Video sind an mehreren Stellen statt eines Bildes ganz kurz graue Flächen zu sehen. Dort sind Zuhörer*Innen versehentlich ins Bild geraten, wollten aber unerkannt bleiben. Wir haben die Stellen ausgegraut.

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Videos

Videos zu verschiedenen Themen

 

Dieser Bereich ist als Navigationshilfe gedacht. Zunehmend erreichen uns Beitrage nicht mehr in Textform, sondern als Video, was wir in einem Online-Forum selbstverständlich begrüßen. Sie finden also eine Übersicht zu allen auf diesen Seiten verteilten Video-Beiträge in den verschiedensten Themenbereichen. Im Moment sieht dieser Abschnitt noch leer aus, denn wir haben ihn erst im November 2021 begonnen.

1. Im Schwerpunkt "Erfahrungsberichte" gibt es einen Beitrag von Ero Langlotz über seine Arbeit mit der Verstrickung traumatisierter Eltern- und Kind-Anteilen und wie er dies bei sich selbst anwendete in seiner Beziehung zu Bert Hellinger.

Aus der Werkstatt

Was ist aktuell in Bewegung bei den Kolleg*innen? Wer arbeitet gerade woran und sucht Kooperationen oder Austausch oder weiterführende Kontakte? Manche Regionalgruppen haben über die eigenen Veranstaltungen hinaus, die auf der DGfS-Webseite einzusehen sind, interessante, laufende Gruppen, die sich für einen Austausch über ein Format oder ein Experiment mit einer Technologie anböten...Wir möchten hier gerne vernetzend wirken und einen Ort anbieten, an dem alle Interessierten ihre Ideen, Projekte oder Gesuche vorstellen können.

 

Dezember 2020: Projekt: Technik-Einsatz in Aufstellungen - von Michael Wingenfeld 
Michael Wingenfeld hat hierzu bereits einen virtuellen Vortrag im März-21 (unsere Online Uslar Tagung) gehalten, sucht aber weiter nach anderen Erfahrungen und Personen, die technikoffen sind und an Projekten mitwirken möchten.

Dezember 2020: Suche nach Erfahrung mit Transgender-Thematiken - von Berthold Ulsamer
Bertold Ulsamer hat mittlerweile ein Buch dazu geschrieben, die Rezension dazu finden Sie hier

 

 

Die Redaktion

Verantwortliche Redakteure der neuen Praxis der Systemaufstellung im Internet: Olivier Netter und Kerstin Kuschik

Desweiteren gibt es Lektor*innen, die nach Bedarf und/oder aus Eigeninitiative und schließlich mit Absprache der Redaktion einzelne Artikel oder zu beachtende Bücher betreuen, einbringen, Korrektur lesen, mitlesen oder Rat geben.

Wir begleiten und redigieren eingereichte Artikel - ob angefragt oder urangefragt - und Erfahrungsberichte. Wir suchen Themen, reagieren auf Empfehlungen, schreiben selbst gelegentlich Rezensionen und Artikel und regen Debatten an. Außerdem bringen wir aus dem Archiv der Heft-PdS in regelmäßigen Abständen noch oder wieder aktuelle, anregende Artikel in die Themenfächer. Dieser Fundus soll lebendig bleiben. Wir betreiben und strukturieren die Webseite selbst und sind für Anregungen und Hinweise immer dankbar.

Wenn Sie als Autor*in etwas beitragen wollen finden Sie hier mehr Information


praxis der systemaufstellung, Beiträge zu Lösungen in Familien und Organisationen, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS), ist die führende Publikation in deutscher Sprache, die sich mit professioneller Aufstellungsarbeit befasst. Sie dient dem Austausch, der Vertiefung und der Entfaltung dieses Ansatzes in vielfältigen Anwendungsgebieten.

Leitlinien: Wir sind auch in der neuen Form unser Publikation den alten Leitlinien treu geblieben. Diese finden sich in den Rubriken unserer Beiträge wieder und widmen sich: Der Kunst des Aufstellens, der Wissenschaft -der Erforschung unserer Arbeit selbst sowie anderer verwandter Gebiete-, unseren Erfahrungen - unter anderem durch Fallbeschreibungen, den Ergänzungen und Verbindungen durch und mit anderen Methoden sowie Gesellschaftsthemen. Des Weiteren bleiben wir gegenüber anderen Publikationsformaten offen: Wir berichten über Filme und Literatur innerhalb und außerhalb unserer Profession.