DGfS - Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen    
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Editorial 1/2016

 

 

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Liebe Leserinnen und Leser,

 

der Schwerpunkt dieser Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema „Gesundheit und Krankheit“. Damit öffnet sich ein weites Feld komplexer Krankheitsbilder, dem ein umfassendes allopathisches, naturheilkundliches und psychosomatisches Therapieangebot und stets sich weiterentwickelnde Bausteine für Gesundung und Rehabilitation gegenüberstehen. Die Aufstellungsarbeit bietet nicht nur zusätzliche Informationen über familiäre Bindungen, die Kranksein erklären oder Gesundung verhindern, sondern geht in der Integration von Symptomen ungewöhnliche Schritte und macht sie erlebbar.

 

Im Vorspann zu dieser Rubrik wird zunächst die Frage gestellt, wie Gesundheit, Krankheit und Heilung grundsätzlich zu verstehen sind (Bourquin). Kollegen und Kolleginnen antworten aus ihrer jeweiligen Perspektive oder mit ihrer speziellen Methode (Kampenhout, Homberger). Sie machen gleichzeitig deutlich, dass es zum Verständnis von Krankheit und für die Entwicklung von Therapiekonzepten eines umfassenden ganzheitlichen, alle Seinsebenen einschließenden Wissens bedarf, unabhängig davon, auf welche Weise sich dann die Praxis gestaltet. Umgesetzt wird dieses durch das ganzheitliche Angebot eines Einzelnen (Hausner, Kutschera, Hickey) oder in der gelungenen Zusammenarbeit mehrerer Fachleute in einem Team und einem regelmäßigen Austausch auf Augenhöhe (Koller-Wilmking, Brömer). An dieser Stelle entsteht die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, Gesundheitshäuser einzurichten, in denen der Patient auf der physischen, emotional-energetischen, mentalen, unbewussten und spirituellen Ebene parallel begleitet werden kann und auch Aufsteller, Schamanen und ein Priester einen selbstverständlichen Platz haben. Natürlich kann dies nur gelingen, wenn die Fachkräfte sich im Dienst am Patienten begegnen, persönliche Erfolgsinteressen zurücktreten, eine sich wertschätzende, ergänzende Zusammenarbeit in einer bescheidenen Haltung praktiziert und auch die Wirkkraft einer höheren Instanz anerkannt wird. Auf diese Weise könnten sich Patienten anders unterstützt fühlen und möglicherweise bei mühevollen Überlegungen entlastet werden, von denen Erika Schäfer in ihrem Artikel aus persönlicher Betroffenheit berichtet.

 

Im Laufe der Vorbereitungen für diese Ausgabe haben sich zwei weitere Schwerpunkte entwickelt. Über kreative Weiterentwicklungen in Bezug auf Formate und Inhalte wird in der Rubrik „Aus der Praxis“ berichtet (Lier, Lieben). Das stabile Fundament der Aufstellungsmethode erlaubt die Ausdehnung in die Weite, doch manchmal taucht auch die Frage auf, welchen Stellenwert das klassische Familienstellen noch hat.

 

Zu den bemerkenswerten Innovationen zählen die Online-Aufstellungen, die in drei Artikeln mit allgemeinen Überlegungen und zahlreichen praktischen Beispielen vorgestellt werden. Es bedarf einer besonderen Sorgfalt und Klarheit, wenn auf die gruppenimmanenten Elemente zugunsten eines große Distanzen überwindenden virtuellen Settings verzichtet wird.

 

In der Rubrik „Bedenkliches“ kommen drei Autoren zu Wort, denen vertiefte und vertiefende Erkenntnisse zum Aufstellungsgeschehen und die Erforschung der Phänomene ein großes Anliegen sind - auch im Hinblick auf die Weiterbildungsrichtlinien. Dieses Mal wird das Thema Aufstellungsleitung (Aicher) und die leere Mitte (Interview Oberzaucher/Homberger) beleuchtet.

 

In der Rubrik „Literatur und Neuerscheinungen“ werden eine Reihe anregender Bücher besprochen. Es fällt auf, dass das Thema Verarbeitung der Kindheit und das Erwachsenwerden oder Erwachsensein viele beschäftigt – als therapeutische Vision und sinngebende Seinserfahrung.

 

Viel Muße und Zeit beim Lesen wünscht Ihnen

 

Lisa Böhm
für die Schriftleitung


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