DGfS - Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen    
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Editorial 2/2016

 

 

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Liebe Leserinnen und Leser,

 

Systemaufstellungen, also Aufstellungsarbeit mit unterschiedlichster Aufgabenstellung, sind größtenteils aus den Familienaufstellungen (nach Bert Hellinger und der ersten Generation danach) hervorgegangen. Zwar hat sich die Aufstellungsarbeit mittlerweile sehr verästelt und differenziert, dennoch bleibt „die Familie“ ein prominentes Anliegen, um eine Aufstellung zu machen. 

 

Grund genug, sich in dieser Zeitschrift mit dem Thema „Familienwelten“ auseinanderzusetzen. Zum einen gibt es da die Prinzipien Hellingers, seine „Ordnungen“, die die Möglichkeit bieten, Ideale über das Familienleben zu konstatieren, die oft eher befremdlich und gestrig erscheinen. Oder man unterlegt die Aufstellungsarbeit mit Anleihen aus psychotherapeutischen Richtungen, die natürliche oder gar göttliche Gesetzmäßigkeiten ablehnen und lediglich auf die Interaktion von Individuen eines Systems fokussieren. Hinzu kommt zurzeit, dass der medizinische Fortschritt ermöglicht, Soloschwangerschaften zu erzeugen, oder Kinder können auf die Welt kommen und haben drei Eltern. Somit ist das Urbild von Familie, Vater–Mutter–Kind, gänzlich infrage gestellt.
Wie auch immer: Es scheint so, als müssten die heutigen Generationen dieses „Rad“ zwar nicht neu erfinden, doch neu definieren, neue Wertmaßstäbe entwickeln. Der Wunsch nach Richtlinien, die familiäres Glück und Wohlbefinden garantieren, ist groß, und der leistungsorientierte Zeitgeist spornt weiter an, „Kampfgeschwader des Familienglücks“ zu bilden, die unter Umständen für die Nachkommen folgenschwere „Siege“ erringen.
Auf Seite 9 lesen Sie eine ausführliche Einführung zum Schwerpunktthema von Lisa Böhm.

 

Unter der Überschrift Aus der Praxis finden Sie Beiträge von zwei Autoren, die die Spannbreite der heutigen Systemaufstellungen deutlich skizzieren: Manfred Scherrmann berichtet über Rituale, die aus dem sogenannten klassischen Familienstellen entstanden sind, Georg Müller-Christ und Denis Pijetlovic beschäftigen sich als Wissenschaftler mit den Phänomenen der repräsentierenden Wahrnehmung. 

 

Persönliche und berufsbezogene Erfahrungen und die daraus gewonnenen Fakten (empirisches Wissen) stehen im Feld von Beratung und Therapie oft in Spannung mit der wissenschaftlichen Forschung. Uns in der Redaktion der „Praxis der System-aufstellung“ war es immer ein großes Anliegen, die theoretischen Fragmente des Familienstellens auch mithilfe anderer Fachgebiete besser zu verstehen. Tatsache ist ja, dass sich Therapie, Beratung, Coaching und Selbsterfahrung oft bis in Kernbereiche überschneiden und dass es immer wieder zu schwer überprüfbaren Annahmen kommt. So haben Forschungsgruppen einen hohen Wert für die Community, aber auch für unsere Verbands- und Öffentlichkeitsarbeit. In der Rubrik „Forschung“ berichtet Kirsten Nazarkiewicz über das, was unsere Gruppe will und kann. Weiterhin wird im Beitrag „Zweierlei Blick“ der Nutzen der ethnomethodologischen Konversationsanalyse für die Aufstellungsarbeit beschrieben (Kirsten Nazarkiewicz, Frank Oberzaucher, Holger Finke).

 

Last but not least: Der Aufforderung eines inneren Teammitgliedes, „mach mal halblang“, gebe ich nur allzu gern nach. Seit Gründung der Praxis der Systemaufstellung sind fast zwei Jahrzehnte vergangen. In diesen vielen Jahren habe ich mit Jakob Robert Schneider und später mit Lisa Böhm verantwortlich viele Aufgaben bei der Zeitungsproduktion übernommen. Doch schon seit einiger Zeit drängt ein anderes inneres Teammitglied nach lustvolleren Vorhaben. Der Gesamtredaktion bleibe ich sicher noch eine Weile treu. Mein Amt als verantwortlicher Schriftleiter verlasse ich jetzt leicht und guter Dinge, nicht zuletzt deshalb, weil ich überzeugt von unseren Nachfolgern bin: Peter Bourquin und Kirsten Nazarkiewicz sind kompetente Autoren und Organisatoren, denen ich gerne die „verantwortliche Schriftleitung“ übergebe. Euch von Herzen alles Gute! 

 

Auch danke ich sehr meinen Mitstreiterinnen in der Schriftleitung, Eva Madelung und Inga Wild, für ihr kluges, auch humorvolles Mitmachen und ihre loyale Freundschaft und natürlich Lisa Böhm, die in letzter Zeit bravourös mehr und mehr Aufgaben übernommen hat. Und dir, Caroline Daphne Georgiadis, sei herzlich gedankt dafür, dass du in der kreativen Gestaltung meist ohne große Erklärungen genau das Richtige gemacht hast. 

 

Allen Lesern geruhsame Feiertage, frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

 

Herzlich grüßt

Wilfried De Philipp

 

 

Und so geht es weiter:

Während der letzten großen Redaktionskonferenz unserer „Praxis der Systemaufstellung“ Anfang Juli wurde ein personelles und inhaltliches Veränderungskonzept auf den Weg gebracht. Unsere langjährig bewährten Chefredakteure, Wilfried De Philipp und Lisa Böhm, werden die nächsten beiden Ausgaben (2/2016 und 1/2017) noch gut auf den Weg bringen. Währenddessen werden Peter Bourquin und Dr. Kirsten Nazarkiewicz als designierte neue Chefredakteure den Prozess aktiv begleiten und gemeinsam mit anderen KollegInnen das inhaltliche Konzept der PdS verändern.
Diese Veränderung wird ab der Ausgabe 2/2017 wirksam werden. Parallel zu diesem Prozess werden wir ein „Medien-Gesamtkonzept“ für unsere DGfS entwerfen, das den Erfordernissen unserer stetig wachsenden Community Rechnung trägt. Natürlich werden wir euch über den Fortgang der Dinge laufend informieren, und wir freuen uns, wenn Interessierte und fachlich Versierte unter euch ihre Expertise in diesen Prozess einbringen!!!  

 

Der Vorstand der DGfS 


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