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Editorial 2/2003
Liebe Leserinnen und Leser,
Bert Hellinger versteht sich als ein Entmythologisierer von Moral, und zwar vor allem dort, wo hehre Vorstellungen der Moral einen absoluten und ausgrenzenden Anspruch zuweisen. Moral erweist sich beim genauen Hinsehen als ein Instrument, das innerhalb der Enge einer Gruppe den Einzelnen in eine bestimmte Ordnungsvorstellung einbindet, wenn er denn seine Zugehörigkeit bewahren will. Im Namen der jeweiligen Moral und des sie stützenden Gewissens werden die unterschiedlichsten Verhaltensweisen gerechtfertigt, unabhängig von ihrer Wirkung im Guten oder Schlimmen. Auch der Verhaltensbiologe Norbert Bischof hat sich viel mit Fragen der Moral beschäftigt und kommt zu einer ähnlich kritischen Bewertung von Moral. Seine im Gespräch mit Bert Hellinger geäußerten Unterscheidungen und Fragen können uns helfen, die uns vertrauten Sichtweisen von Gewissen und Moral zu vertiefen und zu differenzieren.
Die Differenzierung der Aufstellungsarbeit schreitet auf vielen Ebenen voran, nicht zuletzt durch die Erfordernisse, die sich aus Beratung und Therapie im Einzelsetting und der Genese und Wirkung persönlicher traumatischer Erlebnisse ergeben. Viele Berater und Therapeuten verbinden die Aufstellungsarbeit mit den Methoden, mit denen sie „groß“ geworden oder die ihnen später „zugewachsen“ sind, und es gibt kaum mehr Bereiche menschlicher Beziehungen, in denen Aufstellungen nicht zum Tragen kommen. Die Arbeit mit Systemaufstellungen gewinnt dadurch an Breite und Vielfalt. Diese Entwicklung spiegelt sich in den Beiträgen dieses Heftes wider. Die zunehmende Unterschiedlichkeit und Methodenvielfalt in den Aufstellungen wird aber auch neue Anforderungen an die Einfachheit, Klarheit, Deutlichkeit und Wirksamkeit der Aufstellungsarbeit stellen.
Zwei Fragen werden seit der 4. Internationalen Tagung in Würzburg vermehrt gestellt: „Wie gehen wir mit der internen Kritik an Bert Hellinger und seiner Arbeitsweise um?“ und: „Wie reagieren wir auf die öffentliche Kritik?“ Beide Fragen scheinen uns bedenkenswert. Wir greifen sie durch Stellungnahmen aus letzter Zeit auf. So notwendig Wahrnehmung von und Umgang mit Kritik auch sind, wir möchten dabei mit unserer Zeit-schrift dialogisch, der positiven Arbeit, Wirkung und Darstellung des Systemestellens verpflichtet und Bert Hellinger und seinem Erkenntnisweg verbunden bleiben. Wir freuen uns, wenn uns das zusammen mit den Autoren und Ihnen als Lesern gelingt.
Die Redaktion
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Die bisher erschienenen Ausgaben sind als Einzel- Die umfangreiche Ausgabe 2/2010 ist als Einzel-
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