Uhr (Kommentare: 0)

Einsatzmöglichkeiten der Aufstellungsarbeit in der Sozialpädagogischen Familienhilfe

 

Philipp Wradatsch

Die systemische Aufstellungsarbeit hat die Pionierphase weit hinter sich gelassen und professionalisiert sich durch Differenzierung. Der wissenschaftliche Diskurs ist eröffnet und hat erste wichtige Hürden genommen (Kleve 2011, S. 67; Weinhold, Bornhäuser u.a. 2014, S. 25). Nun liegt es daran, in den Differenzierungen die Wirksamkeit weiter herauszuarbeiten. Durch diesen Beitrag möchte ich eine Anregung zum Übertragen dieser Methode in den Kontext der Jugendhilfe leisten.[i]

Als Gründer und Leiter einer ambulanten Jugendhilfeeinrichtung zum einen und systemischer Berater, Therapeut und Supervisor zum anderen ist der Zugang zur Aufstellungsarbeit schnell gegeben. In der eigenen Reflexion, aber auch in der institutionalisierten Supervision ist die Aufstellungsarbeit ein wichtiges Handwerkszeug und nicht mehr wegzudenken.

Die Jugendhilfe, spezieller die sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH), hat mit Multiproblemkonstellationen auf der einen Seite und mit immer knapper werdenden Ressourcen auf der anderen Seite die Aufgabe, die eigene Handlungsfähigkeit des Helfers zu gewährleisten und eine bei der Familie anzuregen, zu begünstigen bzw. so zu wirken, dass sich eine Handlungsfähigkeit einstellt.

In dieser zugenommenen Komplexität werden bereits Interventionen und Methoden der systemischen Beratung gewinnbringend und mittlerweile sogar unverzichtbar eingesetzt. Warum also nicht die Aufstellungsarbeit?

Das Umfeld der sozialpädagogischen Familienhilfe

Im Rahmen der sozialpädagogischen Familienhilfe besuchen Sozialarbeiter oder Pädagogen Familien regelmäßig in ihren Wohnungen. Bei ihren Besuchen erleben Familienhelfer die vorliegenden Probleme unmittelbar und suchen vor Ort gemeinsam mit den Familien nach naheliegenden und passenden Lösungen. Den Familien soll die Verantwortung für die Bewältigung ihrer vielfältigen und gehäuften Probleme nicht abgenommen werden, sondern sie sollen durch die SPFH nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu eigenen Lösungen angeregt werden, um die im Hilfeplan vereinbarten Ziele zu erreichen (Helming, Schattner, Blüml 1999, S.22). Das Hilfeplangespräch (HPG) ist ein Gespräch mit dem Jugendamt als Kostenträger der Maßnahme, dem freien Träger als Dienstleister und der Familie als Leistungsadressat. In diesem Gespräch werden die zu erreichenden Ziele sowie der Umfang der Maßnahme festgelegt (inhaltliche Ausrichtung des Hilfeplans). Ausgehend von dem Erziehungsverhalten bzw. der Erziehungssituation stehen das Wohl der Kinder und eine förderliche Entwicklung an erster Stelle. Da die Eltern einen großen Einfluss auf die Erziehungssituation haben, ist es wichtig, diese in ihrer elterlichen Präsenz (Omer H., von Schlippe A. 2014, S.29) zu bestärken (eine gute, klare und förderliche Beziehung zum Kind, das Erkennen der Bedürfnisse des Kindes und eine förderliche Antwort auf diese, eine Ausgewogenheit zwischen Verbundenheit und Autonomie, bzw. Achtung und Würdigung).

Ein Grundpfeiler der elterlichen Präsenz ist die eigene Ausrichtung und Standfestigkeit im Leben. Eigene Erfahrungen mit der Mutter- oder Vaterrolle, Herausforderungen und Lebenskrisen, sozioökonomische Rahmenbedingungen, eigene Entwicklungsmöglichkeiten und Ressourcen im Außen und Innen, aber auch Kommunikations- und Kontaktmöglichkeiten sind meist Ansatzpunkte der Familienhilfe.

In diesem Handlungsfeld stehen Beratungsansätze im Vordergrund der Hilfe und können durch therapeutische Hilfen innerhalb der Maßnahme[ii] oder extern ergänzt werden. Innerhalb der ambulanten Hilfen kommen jedoch die therapeutischen Zusatzangebote meist nicht zum Tragen. Obwohl die Jugendhilfeplanung und die Entwicklung von bedarfsgerechten Angeboten gesetzlich gefordert ist, hinkt an dieser Stelle die Ausdifferenzierung hinterher.

Die ständige Reflexion und Supervision dieser Prozesse und Zusammenhänge sind ein wesentlicher Bestandteil für einen gelingenden Hilfeprozess. Als Helfer bzw. Helferpersönlichkeiten sind wir immer wieder versucht, Lösungen für die Familie bereitzuhalten bzw. für sie welche zu treffen. Reflexion und Supervision, die eigene Selbsterfahrung des Helfers bzw. das sich eigene „Einfügen in die Ahnenreihe“ fördert die Zurückhaltung von eigenen Lösungen und Erwartungen (Knorr 2004, S.103). Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, die Familie zu achten und die bisherigen Lösungsversuche zu würdigen.

An dieser Stelle kommt die Aufstellungsarbeit mit ins Spiel, da diese durch das bildhafte Verfahren Komplexität zu reduzieren hilft (Klein&Kannicht 2011, S. 93). Dadurch werden Handlungsmöglichkeiten und Optionen schneller erfassbar. Die Idee: diese Komplexitätsreduktion den Familien erlebbar machen und näherbringen. Die Achtung und die Würdigung, der Ausgleich, kurzum die bekannten klassischen Aufstellungsthemen können die bisherigen Beratungsansätze der Familienhilfe komplettieren.[iii]

Einführung der Methode und Arbeitsweise

Die eigentliche Aufstellungsarbeit wird angeboten im Rahmen eines Tagesseminares. Die Familien, welche im Rahmen einer Familienhilfe begleitet werden, sind über die betreuenden Helfer eingeladen daran teilzunehmen. Aufgrund der Teilnahme der Helfer am Seminar braucht es zur  Aufstellungsarbeit einen methodischen Zugang. Eine vorab durchgeführte Rahmung mit den Beteiligten ist daher notwendig. In dieser geht es darum, den Helfer auf seine Rolle als zukünftig weiter agierender Helfer zum einen und mögliche Konflikte auf Seiten einer Stellvertreterrolle zum anderen zu sensibilisieren. Dies ist auch im Gruppenprozess gegenüber den teilnehmenden Familien im Seminar wertschätzend darzustellen. Ziel ist es in diesem Sinne, den Helfer in den Prozess so mit einzubinden, dass er für seine weitere Arbeit die Eindrücke und Bilder dieser Aufstellung mit in den Gesamtprozess der Hilfe utilisierend (Schmidt 2011, S.92) einbringen kann.  Somit kann die Wirkung einer Aufstellung im Prozess als erneute Lösung für eine ähnliche oder vergleichbare Situation aufgenommen werden und als Selbstwirksamkeitserlebnis für zukünftige Herausforderungen ebenfalls nutzbar gemacht werden (Familienaufstellungen als therapeutische Übergangsrituale, Klein 1998).

Nach einem Warming-Up und einer kurzen Vorstellung des Therapeuten und der Methode kann es beispielsweise zu einer ersten kleinen Aufstellung kommen. Diese kann z.B. nach Wohnort, Geburtsort und Erfahrungswerte hinsichtlich der Aufstellungsarbeit durchgeführt werden. Gerade bei den letzten Themen erhalten die einzelnen Gruppenmitglieder wertvolle Informationen über die Einsetzbarkeit einzelner Gruppenmitglieder als mögliche auszuwählende Stellvertreter.

Nach jeder Aufstellung kann der Therapeut einzelne Aspekte des Prozesses verdeutlichen. Hier macht es Sinn, Unterschiede zu benennen und wertzuschätzen, gleichzeitig auch Gemeinsamkeiten im Sinne der Utilisierung herauszuarbeiten.

Nachdem jeder Teilnehmer wieder seinen Sitzplatz eingenommen hat, werden die ersten Anliegen gesammelt. Die bisherige Praxis, dass vor dem Seminar die Anliegeneinbringer (Helfer oder Klient) ihre Anliegen anmelden müssen, kann hier ebenfalls übernommen werden. Für Helfer gilt, dass sie eigene familiäre Themen oder die Beleuchtung des eigenen Standpunktes als Helfer innerhalb einer Familie als Anliegen einbringen können. Das Sammeln von Anliegen im Vorfeld und die zeitliche Strukturierung sind wichtig. Die Initiierung von Suchprozessen nach Veränderung wird eingeleitet (Schmidt 2011, S.67). Das Alte gilt nicht mehr, das Neue noch nicht (Klein 1998, S.7).

Die Teilnehmer werden eingeladen, ihr Anliegen mittels eines „Buchtitel“ oder einer „Zeitungsüberschrift“ vor der Gruppe zu benennen. Der Therapeut sammelt die Titel und wiederholt diese ohne Kommentar. Hierbei geht es darum, zunächst eine erste Externalisierung durch die Bündelung des Themas aus dem Inneren zu erleben und dann nach außen zu tragen. Durch die Aufmerksamkeit der Gruppe und ein gelungenes Warm-up werden die Überschriften emotional getragen und wie durch einen Katalysator verstärkt (ohne jedoch vorschnell den Prozess zu lösen).

In der Reihenfolge der gesammelten Anliegen werden die einzelnen Formulierungen benannt und der Teilnehmer wird gefragt, ob er die Gruppe als Echo oder Resonanz nutzen möchte. Die Gruppe darf dann zu dem formulierten Titel frei assoziieren. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Jedoch sollte der Therapeut darauf achten, dass eine ausgewogene Darstellung verfolgt wird (im Sinne der neutralen Ausgewogenheit oder Allparteilichkeit (von Schlippe und Schweitzer 2003, S. 119)). Ebenfalls sollten die Teilnehmer in dieser Runde nicht ins Erzählen von Geschichten abdriften oder eigene Anliegen zur Klärung vorbringen. Der Anliegeneinbringende wird eingeladen, sich die Ideen und Assoziationen der übrigen Teilnehmer anzuhören und nicht darauf Bezug zu nehmen. Er kann für sich entscheiden, was er von dem Gesagten annehmen möchte oder nicht. An dieser Stelle ist es ebenfalls wichtig, den Spannungsbogen zu halten und nicht zu weit mit den Ideen der Gruppe mitzugehen. Humor ist hier auch gerne willkommen. Die Konzentration auf das Wesentliche sollte respektvoll gehalten werden.

An diesem Punkt schließt der Therapeut die Ideensammlung mit der Frage, ob etwas Hilfreiches dabei war und dem Hinweis, dass der Rest getrost vergessen werden kann. Meistens äußern die Anliegeneinbringer, dass es hilfreich war. Auch gibt es in der Perspektiverweiterung mögliche erste lösende emotionale Reaktionen beim Anliegeneinbringer. Allein durch die Aufmerksamkeit würdigt die Gruppe durch den gegebenen Raum die Lösungsversuche des Anliegeneinbringers und es werden weitere Perspektiven eingeführt (Musterunterbrechung Der Selbstorganisation der Gruppe überlassen, kommt der erste Anliegeneinbringer, indem erfragt wird, wer sein Anliegen nun einbringen möchte. Da in der ersten Runde eine Musterunterbrechung bereits erfolgt ist, braucht es an dieser Stelle keine Problemerkundung oder Würdigung der Problemlösungsversuche in aller Tiefe, sondern es kann gleich mit der Lösungsfokussierung begonnen werden. Ein kurzes Ankommen am Platz und eine Kontaktaufnahme zwischen Anliegeneinbringer und Therapeut sind für das weitere zielgerichtete Vorgehen unerlässlich. Nach dieser Einstimmung, die auch durch eine kurze Rahmung einer Zusammenfassung des Bisherigen erfolgen kann, schließt die Frage an:” Wir haben erfolgreich gearbeitet wenn, ich…”

Diese Fragestellung benötigt eine klare Präsenz des Therapeuten und des Anliegeneinbringers im Hier und Jetzt. Es entsteht ein schöpferischer Prozess mit ungewissem Ausgang. Eine respektvolle Haltung und Neugier, gemischt mit einem Vertrauen auf die Selbstorganisation des Klienten, sind für den gelingenden Prozess Grundvoraussetzung. Weitere wichtige Grundhaltungen der Prozessarbeit finden sich bei Diana Drexler (Drexler 2015, S. 91).

Sobald der Satz ergänzt wurde, überprüft der Therapeut, ob das Anliegen im Sinne der Eigenverantwortung lösbar ist. Die Wichtigkeit und Hintergründe einer klaren Anliegenklärung und Machbarkeit auch im Sinne einer systemischen Auftragsklärung werden hiermit nochmals erwähnt (Schmidt 2011,S.102; Schneider 2014,S. 116).

Anhand eines Fallbeispiels möchte ich die Wirkungsweise und das Vorgehen beschreiben.

Ein Fallbeispiel

Zur Vorgeschichte der SPFH [iv]:

Frau M.,seit Mai 2015 durch eine Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) begleitet, lebt mit ihrem Sohn Tim in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Ziel der Arbeit durch die SPFH sollte sein, die Kindsmutter (KM) im Erziehungsalltag mit ihrem Sohn zu entlasten, die KM bei der Klärung persönlicher Fragen, wie z.B. Therapie oder dem Verhältnis zu den eigenen Eltern, zu unterstützen, die Klärung der bisher unbefriedigenden Umgangssituation des Sohnes zum Kindsvater M.S. (KV) voranzutreiben sowie das Herstellen von kindgerechten, unbelasteten Situationen für Tim. Die Mutter erlebte sich als innerlich ruhelos und beschrieb ausgeprägte depressive Episoden. Eine große Unsicherheit in bestimmten Situationen und damit einhergehende Ängste versuchte sie durch vieles Reden zu überspielen. Die Beziehung wurde als permanente traumatische Situation mit über-griffigem Verhalten seitens des Mannes beschrieben. In der Reflexion des Erziehungsalltages kam es immer wieder zu dem Punkt, dass die innere Ruhelosigkeit und Unsicherheit, die Bemühungen des Alltages zunichtemachen oder wesentlich blockieren. Daher wurde durch die SPFH eine Psychotherapie empfohlen. Hier gab es seitens der Mutter große Vorbehalte.

Es kristallisierte sich durch die intensive Arbeit mit der SPFH heraus, dass Frau M. sehr eng mit ihrer Herkunftsfamilie verbunden und mit der Haltung ihrer Eltern sowie deren Umgang mit ihr unzufrieden ist.

Die Herkunftsfamilie besteht aus Mutter, Vater, Tochter (Frau M.) und Schwester. Frau M. beschrieb von Anfang an, dass sie Schwierigkeiten damit hatte, die für sie richtige Nähe und Distanz zu den einzelnen Familienmitgliedern herzustellen.

Mit Hilfe des Familienbretts gelang es, diese Situation optisch darzustellen, wie Frau M. ihre Familie im Inneren wahrnahm: Eine sehr umgarnende Mutter, ein sehr dicht stehender Sohn, ein Vater und eine Schwester, die sehr weit weg standen.

Über mehrere Sitzungen wurde mit Frau M. am Familienbrett gearbeitet. Es fiel ihr jedoch zu jedem Zeitpunkt schwer, sich in die Sichtweise der jeweils anderen Person hineinzuversetzen: „Woher soll ich wissen, was der denkt oder fühlt?“. Die an ihr Umfeld gerichteten Erwartungen, „die anderen sollen sich bewegen, damit es mir bessergeht“, „die muss mir mehr Freiraum lassen“ oder „der soll näher zu mir kommen“ brachten sie in eine fordernde Haltung, die Starrheit und Anstrengungen mit sich brachte.

Hier kam die Idee auf, das Setting zu verändern und Frau M. zum Aufstellen einzuladen. Frau M. lies sich relativ schnell auf das „Experiment Familienstellen“ ein, wenn auch mit der Bedingung erst mal nur zuzusehen und auch mit dem Versprechen, jeder Zeit vorzeitig nach Hause fahren zu dürfen, wenn Frau M. nicht mehr kann oder will.

Aufstellen:

Frau M. hatte große Angst in die Stadt X, wo die Aufstellung stattfand, zu fahren, da dort ihr Ex-Partner und KV, Herr M.S. von Tim lebt. Früher lebte die Familie, bis Tim 4 Jahre alt war gemeinsam mit ihm in der Stadt X. Sowohl Frau M. als auch Tim erfuhren dort Gewalt am eigenen Körper. Frau M. wurde auch verbal erniedrigt, war sowohl für den gesamten Haushalt als auch für die finanzielle Situation verantwortlich und Herr S. „machte sich zu Hause ein schönes Leben“. Während Frau M. arbeiten war, wurde Tim teilweise stundenlang im dunklen Zimmer eingesperrt oder unter die eiskalte Dusche gehoben als erzieherische Maßnahme, wenn er z.B. die Windel voll hatte. Seitdem Frau M. mit ihrem Sohn 2010 die gemeinsame Wohnung und auch die Stadt X verlassen hatte, war sie bis zum Tag des Familienstellens 2015 nicht mehr in der Stadt X gewesen. Daher war Frau M. am Tag des Familienstellens doppelt aufgeregt: „Was wird beim Familienstellen auf mich zu kommen?“. Auch die Angst, welche Erinnerungen in ihr hochsteigen werden, wenn sie erstmals wieder in der Stadt X ist, beschäftigten sie im Vorfeld sehr. Durch die Zusammenarbeit mit der Familienhelferin konnte dies reflektiert werden.

Erste Begegnung mit einer Aufstellung:

Es zeigte sich sehr schnell, dass Frau M. bei „lebenden Personen (Stellvertretern)“ in der Lage ist, sich in deren Situation hineinzuversetzen. Bei der Eröffnungsrunde brachte sie sich mit ihren Assoziationen durch Wortbeiträge ein und nahm großen Anteil an den Beiträgen der anderen Teilnehmer. Sie fühlte sich sehr motiviert und angesprochen.

Schließlich war Frau M. sogar bereit sich noch beim ersten Familienstellen als Repräsentant aufstellen zu lassen. Das Versprechen, jeder Zeit aus der Rolle des Repräsentanten hinaus gehen zu können, bestärkte Frau M. sich selbst aufstellen zu lassen – und sich von den Emotionen „übermannen zu lassen“. Schließlich musste sie tatsächlich die Stellvertreterposition frühzeitig beenden, was jedoch als große Stärke (Wahrnehmung der eigenen Grenzen) verstanden wurde und auch Frau M. im Nachhinein half sich auszuprobieren im Mitgehen und Abgrenzen. Zum ersten Mal in ihrem Leben machte sie die Erfahrung, beim Zeigen von vermeintlicher Schwäche (so sah dies Frau M.) eine Stärke zu sehen.

Der Therapeut kann ein solches Verhalten durch ein Utilisieren gewinnbringend in den Gesamtprozess in Richtung Gruppe und Individuum integrieren (Schmidt 2011, S.92). In diesem Fall wurde zunächst eine leichte Veränderung der Position vorgeschlagen, was zunächst abgelehnt wurde. Aufgrund des Hintergrundes von Frau M. ist diese Reaktion zu begrüßen, da sie zunächst die Ideen von außen (oder wenn sie dies als Anforderungen an sich sieht) „standhaft abgewehrt“ hat. In der Ablehnung konnte sie in die Haltung „ich lehne alles ab“. So kam sie von dem einen, „ich lasse alles geschehen“ auf die jetzige Position, was dann zu einer dritten Position, einer freieren Haltung führen kann (Tetralemmaposition: „sowohl als auch“ oder „keines von beidem“). Zudem können die Teilnehmer so die Erfahrung machen, durch eigene Handlungen die Emotionen zu beeinflussen. Dies löste sie für sich, indem sie sich aus der Aufstellung zurückzog.

Die Gruppe reagierte aufgrund der vorherigen Absprache mit vollkommener Akzeptanz der Situation, sodass die Aufstellung weiter durchgeführt werden konnte. Frau M. konnte sich selbst steuern und zurücknehmen, so wie es für sie gut war. Die SPFH war da und stützte diesen Prozess durch Achtsamkeit und Wohlwollen.

Erste eigene Aufstellung

Bis zum nächsten Familienstellen verging ca. ein halbes Jahr. Nach und nach wuchs der Wunsch in Frau M., beim nächsten Mal ihre eigene Familie aufzustellen. Nicht zuletzt bestärkte sie die Tatsache, dass jeder Mensch eigene Probleme hat. Bei ihrer ersten Aufstellungsbegegnung hatte eine Familienhelferin sich selbst mit ihrer Familie (eigenes Anliegen) aufgestellt, welches emotional sehr lösend für die Familienhelferin war.

Wie schon zu Beginn in der Arbeit mit dem Familienbrett fiel es Frau M. auch im Vorfeld des Familienstellens schwer ein konkretes Anliegen herauszuarbeiten und sich von der Erwartung zu trennen, dass sich die anderen für sie ändern müssen. Für sie war jedoch klar, dass sie ein eigenes Anliegen einbringen möchte und meldete dies an.

Am Aufstellungstag erfolgte die zuvor benannte Abfolge. Als die einzelnen Teilnehmer nach ihren „Buchtiteln“ befragt wurden, nannte sie: „Die Beziehung meiner Familie zu mir“. Hier nahm sie die Assoziationen der anderen Gruppenmitglieder gerne an. „Beziehungsgeflecht, tragendes Netz, Nähe und Distanz, Entwicklung, Identität...“. Bei diesem Buchtitel gab es viele Beiträge. Frau M. reagierte zum Teil mit zustimmendem Nicken und Tränen in den Augen. Frau M. beantwortete die Frage, ob etwas Hilfreiches dabei sei mit, „ja, sehr“. Nun kamen die einzelnen Aufstellungen.

Durch den Anleiter wurde Frau M. zunächst aufgefordert, ein bisschen über ihre Familie zu sprechen, damit man sich ein genaueres Bild über die Familienkonstellation machen konnte. Das Anliegen konnte nicht gleich formuliert werden, manchmal braucht es eine Würdigung und Akzeptanz des Bisherigen bevor es zu etwas Neuem kommt. Man schaut sich nochmals die Struktur I an, um sich dann auf den Weg zur Struktur II zu machen (Klein&Kannicht 2011, S. 21). Es zeigte sich, dass Frau M. sehr unter der engen Bindung zu ihrer Mutter leidet. Auf die Frage „was bräuchten sie, damit das Familienstellen gut für sie war“ konnte sie beantworten, dass Sie gerne verstehen würde, weshalb Sie sich nicht von ihrer Mutter distanzieren kann. Folgendes Anliegen wurde dann von ihr benannt: „Wo ist ein guter Platz, damit das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter gut ist“. Auf die Frage, wen wir für die Aufstellung benötigten, benannte sie die ganze Herkunftsfamilie. Die Stellvertreter werden immer vom Anliegeneinbringer aufgestellt. Im Sinne der Handhabbarkeit bzw. Selbstwirksamkeit. Die Anliegeneinbringerin setzt sich dann zum Therapeuten außerhalb des Bildes. Die Stellvertreter fühlen sich in ihren Platz.[v]

Bild 1: Frau M.s Mutter (M) steht ganz eng bei Frau M. (KM) und schaut auf sie. Tim (T) steht ebenfalls eng bei seiner Mutter, schaut ebenfalls auf sie. Frau M.s Vater (V) steht weiter weg, schaut auf das Geschehen, Frau M.s Schwester (Schw.) steht etwas außerhalb. Die Blickrichtungen werden durch die Pfeile ausgedrückt.

Graphik 1

Reihum werden die Stellvertreter nach ihrem Empfinden befragt. Frau M. (KM) fühlt sich total eingeengt, ihr fehlt die Luft zum Atmen. Tim (T) wünscht sich mehr Aufmerksamkeit durch seine Mutter (KM), die den Fokus aber mehr auf ihrer Mutter (M) hat als auf ihn. Vater und Schwester fühlen sich weniger dazugehörig. Die Mutter (M) muss die Tochter (KM) beschützen und nah bei ihr sein.

Die Annahme des ersten Bildes (Bild 1) als bisheriger Lösungsversuch ist dabei die Grundvoraussetzung für Veränderung. Dies kann eingeleitet werden durch die Haltung des Therapeuten gegenüber dem Bild und dem Klienten. Nachdem alle befragt wurden und sich zu ihrer Stelle geäußert haben, hat der Klient Kontakt zu allen stellvertretenden Positionen aufgenommen, "d.h. eine Kommunikation mit den externalisierten eigenen Elementen hat stattgefunden." (Klein&Kannicht 2011, S. 100)

Bild 2: Die Stellvertreter werden aufgefordert, sich langsam zu bewegen und ihren Impulsen zu folgen.

Die KM bewegt sich zwei bis drei Schritte weg von ihrer Mutter, richtet den Blick mehr zu Tim. Tim rückt die Schritte mit seiner Mutter mit, Frau M.s Mutter weiß nicht so recht wohin, findet keinen richtigen Platz. Schwester und Vater bleiben unverändert.

Graphik 2

Was für einen Unterschied macht es für die Stellvertreter?

Tim fühlt sich wesentlich besser wahrgenommen. Frau M. (KM) wünscht sich noch mehr Abstand zu ihrer Mutter (M), kann aber nicht weiter weggehen. Frau M.s Mutter (M) weiß nicht so recht wohin, hat keinen guten Platz und hat eine leichte Such-Bewegung. Die Idee kommt auf, dass Frau M.s Mutter (M) nach jemandem sucht. Frau M., benennt auf die Frage des Therapeuten was ihre Mutter suchen könnte: „Im Alter von 14 Jahren hat Frau M.s Mutter ihre Mutter verloren.“

Hier kann es sinnvoll sein, den Klienten nach dem (ersten) aufgestellten Bild nach dem nächsten kleinen Schritt Richtung gewünschter Veränderung zu fragen. Die Fragestellung hat den Hintergrund: „Wie soll das System organisiert werden, sodass es als sehr zieldienliches, für alle Beteiligten gewinnbringendes System wirken kann?“ und was kann der Klient als selbstwirksame Handlungsmöglichkeit der Selbststeuerung entdecken. Dies stärkt und achtet sie in ihrer erlebten eigenen Kompetenz (Schmidt 2011, S. 104). In diesem Sinne gilt es ein Lösungsbild zu erarbeiten.

Pausen und ein Abwarten sind auf diesem Weg gewinnbringende Elemente.

Manchmal kommt es vor, dass jemand den Eindruck hat, gegen seinen Willen geschehe ihm etwas bzw. werde etwas mit ihm gemacht (Kompetenz ist dissoziiert, Schmidt 2011,S.109) . Hier kann der Therapeut Wahlmöglichkeiten vorgeben, um Wahlfreiheiten zu ermöglichen. Das Gefühl, selbst steuern zu können, löst das vorherige Empfinden ab. Der Therapeut hat somit die Aufgabe, in wertschätzender Art und Weise Wahlmöglichkeiten über die Vorgehensweise im Sinne einer Produktinformation über den Verfahrensweg vorzuschlagen und über das Feedback des Klienten den weiteren Weg anzubahnen. Hierdurch erfährt der Klient sich kompetent und handlungsleitend.

 

Bild 3: Frau M. stellt einen Stellvertreter für ihre Großmutter (GM) mit auf:

Graphik3

Frau M.s Großmutter (GM) steht direkt hinter ihrer Mutter (M). Alle Beteiligten äußern eine Entspannung der Situation. Frau M.s Mutter (M) benennt nun den Rückhalt, den sie spürt. Die Beteiligten werden nochmals aufgefordert, sich langsam ihren Bewegungsimpulsen nach zu bewegen.

 

Bild 4:

Graphik 4

Die Stellvertreter äußern ihr Empfinden. Zusammenfassend sind der Vater und die Schwester näher an Frau M. (KM), Tim, Frau M.s Mutter (M) und Frau M.s Großmutter (GM) gerückt. Frau M.s Schwester kann nun auch den Blick in Richtung ihrer Schwester, Mutter (M), Tim und Oma (G) besser aushalten. Frau M.s Mutter (M) kann jetzt auch wieder zu ihrer anderen Tochter und ihrem Mann schauen. Frau M. (KM) und Tim können sich besser aufeinander konzentrieren. Der Abstand zwischen Frau M. (KM) und ihrer Mutter (M) wurde leicht größer, aber in einem Rahmen, der für beide in Ordnung ist. Da jeder Stellvertreter für sich eine gute Position gefunden hat, wird Frau M. von der Beobachterposition außerhalb der Aufstellung auf den Platz ihrer Stellvertreterin vor dieser aufgestellt. Gerade im letzten Aufstellungsbild können ritualisierte Sätze den Prozess vom Erleben verstärken. „Hier habe ich einen guten Platz. Ich sehe alle und bin doch für mich“, war ein kraftvoller Satz der Klientin selbst. Diese Sätze können von den Aufgestellten selbst oder als Vorschlag des Therapeuten kommen (Sparrer 2014, S.197.). Die Klienten in diesem Aufstellungskontext zeigen eine große Bereitschaft bei der Aufstellungsarbeit durch Wortbeiträge mitzuwirken und somit kann der Übergang zu einem darstellenden Spiel fließend sein. Hier obliegt es dem Therapeuten, die entsprechenden Impulse zu kanalisieren.

 

"Am Ende der Aufstellung steht die Erfahrung der Lösung im Lösungsbild. (...) Die Umsetzung der erlebten Lösung in den Alltag erfolgt aus dem Impuls, der aus der Erfahrung gewonnen wird. Das Vertrauen auf das neue Lösungsbild hilft, die neue Haltung zu stabilisieren. Die Haltungsänderung wird in der Lösungssituation erfahren [im Lösungsbild] und zeigt sich dann im veränderten Verhalten im Alltag." (Sparrer 2014, S. 186).

Somit ist ein innerer Kompass aktiviert, der automatisch hilft von Struktur I auf Struktur II zu kommen bzw., wenn eine Ehrenrunde von Struktur II zu I erfolgt ist, sich neu auszurichten.

Die intensive Aufstellung wurde beendet.

Frau M. erkannte durch das Aufstellen ihrer Familie, dass es Themen ihrer Mutter gibt, die nichts mit ihr zu tun haben. Diese neue Idee konnte sie gut annehmen und sie wirkte erleichtert. Auffallend war, dass Frau M. schon beim zweiten Familienstellen keine Angst mehr davor hatte, in die Stadt X zu fahren und bis heute immer noch von ihrer Aufstellung profitiert. Hat sie viel auf sich bezogen und sich abgewertet, kann sie jetzt öfter sagen, „das hat nichts mit mir zu tun“.

Frau M. nutze für sich noch weitere Aufstellungstermine als Beobachterin und Teilnehmerin.

Fazit der SPFH:

Insgesamt gab es mehrere Faktoren, die Frau M. dazu bewegen konnten, mit zum Familienstellen zu kommen:

  • die Vorarbeit durch das Familienbrett,
  • die Vorstellung, andere Personen für sich arbeiten zu lassen,
  • die Option, nur das Wenigste über sich preis geben zu müssen,
  • der Wille zur Veränderung,
  • Begleitung durch eine Bezugsperson à Sicherheit bei dem Strukturwechsel I zu II,
  • Gemeinsames Erarbeiten einer „Exit Strategie“ für den Notfall,
  • Versorgung des Kindes (GTS, Betreuung nach der Schule),
  • Einhaltung der zuvor getroffenen Vereinbarung,
  • ruhige Art durch den Anleiter,
  • das Erfahren, das auch Profis Probleme und Schwierigkeiten in der eigenen Familie oder in der Fallarbeit haben,
  • der Austausch mit anderen Klienten in den Pausen,
  • die Erlaubnis, jeder Zeit aus der Stellvertreterrolle austreten zu können,
  • die Sicherheit, nur als Beobachter dabei sein zu können,
  • die Erlaubnis, auch Nein sagen zu dürfen, wenn man eine Rolle nicht annehmen möchte,
  • die eingetretene Veränderung im Erleben und somit im Handeln.

 

Im Nachgang ist zu sagen, dass für die Klientin in der Arbeit mit der SPFH immer wieder die Ergebnisse aus dem Familienstellen der eigenen Familie aber auch die Erfahrungen als Beobachter oder Stellvertreter mit einfließen konnten. Seitdem Frau M. ihr eigenes Anliegen eingebracht hatte, war zu erkennen, dass sie es allmählich schaffte, sich auch in Gedanken von ihrer Mutter zu trennen. Zu Beginn der Maßnahme beeinflussten die Erziehungsideale ihrer Mutter die Erziehung von Tim: „Tim muss in der Schule besser sein als du“, „du musst mit Tim lernen“, „du bist dafür verantwortlich, dass Tim gute Noten schreibt und seine Hausaufgaben macht“. Dies führte dazu, dass Frau M. teilweise die Hausaufgaben für ihren Sohn übernommen hatte, sodass dieser am nächsten Tag nicht ohne in der Schule stand. Auch durch das Familienstellen hat Frau M. verstanden, dass sie ihren Sohn zwar fragen kann, ob er Hausaufgaben zu erledigen hat oder lernen muss, jedoch nichts tun kann, wenn er ihr nichts verrät. Die Mutter schaffte es dadurch gelassener in der Erziehung mit Tim zu sein, was die gesamte Beziehung zwischen Frau M. und ihrem Sohn entlastete. Zudem hatte Frau M. für sich entschieden, dass sie etwas Gutes für tun möchte und besuchte eine Psychotherapie. In dieser wurde zu den gewalterlebten Übergriffen u.a. auch das Verhältnis zu ihrer Mutter reflektiert. Auf Grund der guten Entwicklung und der entspannten Situation im häuslichen Umfeld wurde die Maßnahme nach nur einem Jahr erfolgreich beendet.

 

Eigenes Fazit:

An dieser Stelle möchte ich die Aufstellungsarbeit als gewinnbringende Methode und Ergänzung auch für die pädagogische Arbeit unterstreichen. Bei der Aufstellung wird ein Übergangsritual durchlaufen und abgeschlossen (Klein 1998, S.7). „Wenn die Anerkennung und Achtung des Gegebenen gelingt, wird die Wahrscheinlichkeit von Veränderung erhöht“ (Kleve 2011, S. 101). Durch das schrittweise Vorgehen wird das Tempo des Klienten für Veränderungsimpulse angenommen. Die optische Erfassung des Geschehens und der emotionale Zugang dazu, eine komplexe Situation zu erfassen und selbst Lösungen zu erarbeiten, fördern ein großes Zutrauen in die eigene Problemlösungskompetenz. Dies setzt kreative Suchprozesse nach Lösungen im bewussten und unbewussten Erleben in Gang. Der Klient hat sein Problem erfahrbar gemacht und rituell verabschiedet. Im nächsten Schritt hat er sich seiner entwickelten Lösung angenähert und eine Lösungsvorstellung für die Zukunft entwickelt (Klein 1998, S.7). Ob diese Lösung im Alltag eine Übertragung findet ist nochmals eine andere . Die Karte ist nicht das Territorium – die Aufstellung ist nicht das Leben (Klein 1998, S.8).

In diesem hier dargestellten Format ist die Aufstellungsarbeit nicht nur auf die Herkunftsfamilie oder die Gegenwartsfamilie beschränkt. Verschiedene weitere Aufstellungsformate lassen sich eins zu eins übertragen. Hierzu verweise ich auf die ausführlichen Ausführungen und Darstellungen von verschiedensten Aufstellungsformaten von Insa Sparer 2014 u.a..

Das Einsatzgebiet ist daher nicht unmittelbar auf familiäre Konfliktfelder begrenzt und setzt lediglich eine Bereitschaft für diese Methode voraus. 

Das eigene Resümee, mit der überzeugten Bereicherung und Wirksamkeit aus den Heidelberger Studien untermauert, lässt die spannende Frage zu, ob die Jugendhilfe, speziell die Familienhilfe, durch die Aufstellungsarbeit die Selbstregulierungskräfte der Klienten derart aktivieren kann, dass Maßnahmenverläufe sich nachhaltiger entwickeln und Hilfezeiträume sich eventuell verkürzen könnten. Auf jeden Fall sind schon jetzt der „sanfte“ Übergang und die Veränderungsmöglichkeit als nachhaltige Entwicklungsschritte zu nennen, welche die Aufstellungsarbeit mit sich bringt. Aus dieser Betrachtung heraus stellt diese Angebotserweiterung eine schon lang erforderliche Ausdifferenzierung der Familienhilfe auf aktuelle Bedarfssituationen dar, wie sie das achte Sozialgesetzbuch im § 27 Abs 3. schon lange postuliert. Es wäre zu wünschen, dass dieses Format seinen festen Standpunkt im Angebotssegment der SPFH findet.

 

Literatur

Literatur

BMFSFJ (2009):                             13. Kinder- und Jugendhilfebericht

Drexler, Diana (2015):                  Einführung in die Praxis der Systemaufstellungen. 1.Aufl.                                                    Heidelberg

Klein, Rudolf (1998):                    Profanisierung und Sakralisierungen – zur Bedeutung von Familienaufstellungen in                                                    der Systemischen Therapie. In: Zeitschrift für Systemische Therapie und Beratung,                                                    Heft Nr. 3/1998, S. 164-175) oder unter:                                                                       http://www.systemagazin.de/bibliothek/texte/klein_profanisierungen.pdf (S.1-13)

 

Kannicht, Andreas (2011):              Einführung in die Praxis der systemischen Therapie und                                                      Beratung. 3.Aufl. Heidelberg

Kleve, Heiko (2011):                       Aufgestellte Unterschiede, Systemische Aufstellung und                                                       Tetralemma in der Sozialen Arbeit. 1.Aufl. Heidelberg

Knorr, Michael (2004):                     Aufstellungsarbeit in sozialen und pädagogischen                                                           Berufsfeldern. Die andere Art des Helfens. 1.Aufl. Heidelberg

Von Schlippe, Arist;

Schweitzer, Jochen (2003):             Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. 9.Aufl. Göttingen

Omer, Haim;

Von Schlippe, Arist (2014):              Autorität ohne Gewalt, Coaching für Eltern von Kindern mit                                                                                         Verhaltensproblemen „Elterliche Präsenz“ als systemisches Konzept.                                                                            9.Aufl. Göttingen

Schneider, Jakob Robert (2014):      Das Familienstellen, Grundlagen und Vorgehensweisen. 3.Aufl. Heidelberg

Schmidt, Gunther (2011):                Einführung in die hypnotherapeutische Therapie und Beratung.                                                                               4.Aufl. Heidelberg

Sparrer, Insa (2014):                        Wunder, Lösung und System: Lösungsfokussierte Systemische                                                                           Strukturaufstellungen für Therapie und Organisationsberatung. 6.Aufl. Heidelberg

Weber, Gunthard (2010):                  Zweierlei Glück, Das Familienstellen Bert Hellingers. 16.Aufl. Heidelberg

Weinhold, Jan; Bornhäuser, Annette;

Hunger, Christina;

Schweitzer, Jochen (2014):               Dreierlei Wirksamkeit, die Heidelberger Studie zu Systemaufstellungen.                                                         1.Aufl. Heidelberg

 

 

___________________________________________________________________

i zum einen sind hier die Positionierung der Dachverbände SG (2004) und DGSF (2003) gegenüber der Vorgehensweise von Hellinger zu nennen und die Heidelberger Studien von Weinhold, Bornhäuser u.a. um die Aufstellungsarbeit. Weitere wertvolle Studien werden auf der Internetseite der Dachgesellschaft DGfS benannt. Die gelungenen Darstellungen von Michael Knorr in seinem Buch: Aufstellungsarbeit in sozialen und pädagogischen Berufsfeldern (2004) erleichtern den Transfer der Aufstellungsarbeit in verschiedene Kontexte wie Jugendhilfe, Jugendamt und Schule ungemein. Fast zeitgleich erfolgte eine klare Positionierung der systemischen Dachverbände gegenüber der Vorgehensweise von Hellinger was den generellen Boom der Aufstellungsarbeit in ihren Differenzierungen im pädagogischen Feld zunächst hinterfragte und Zurückhaltung mit sich brachte. Heiko Kleve verknüpft 2011 die systemische Aufstellungsarbeit mit der sozialen Arbeit und schließt an der Ausdifferenzierung an. Dies benennt er in seinem Buch Aufgestellte Unterschiede. Insa Sparrer und Mtthias Varga v. Kibéd haben hier natürlich ebenfalls fast schon unerschöpflich viele wertvolle Beiträge geleistet, die großteils eins zu eins in den Kontext der Jugendhilfe übertragen werden können (Sparrer 2014).

iii § 27 SGB VIII - Kinder- und Jugendhilfe Abs. (3) Satz 1 Hilfe zur Erziehung umfasst insbesondere die Gewährung pädagogischer und damit verbundener therapeutischer Leistungen.

iv Rund zwei Drittel der Hilfebezieher erhält Transferleistungen wie Harz IV. In Kombination mit dem oben genannten Komplexitätszuwachs von psychatrischen Auffälligkeiten und eingeschränkter Erziehungskompetenzen sind Zugangswege zur Aufstellungsarbeit im bisherigen Angebotssegment eher fraglich. Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Methode wurde durch die Heidelberger Studie herausgearbeitet. Die Weitergabe von Problemmustern von einer zur nächsten Generation kann mit der Aufstellungsarbeit erfolgreich unterbrochen werden.

v Alle Namen und die Altersangaben wurden geändert.

vi Auf eine ausführliche Darstellung der Vorgehensweise wird aufgrund des Umfangs verzichtet. Hier sollen wichtige Punkte markiert werden, die die Methode kurz anreisen und die Übertragung in den Kontext der Jugendhilfe ermöglichen.

Philipp Wradatsch:
philipp.wradatsch@kjh-mio.de
www.kjh-mio.de
https://www.facebook.com/kjhmio

Zurück

Einen Kommentar schreiben